Confed-Cup in Brasilien : Dantes großer Tag

Für Dante, den Innenverteidiger des FC Bayern München, ging ein Traum in Erfüllung. Beim 4:2-Sieg gegen Italien erzielte Dante in seiner Heimatstadt den Führungstreffer zum 1:0 für Brasilien.

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Dante jubelt nach seinem Tor.
Vorwärts immer. Dante (Mi.) bejubelt gegen Italien sein erstes Länderspieltor. Der Innenverteidiger vom FC Bayern bestritt seine...Foto: rtr

Der große Junge mit dem Wuschelkopf hüpfte wie ein Flummi über den Rasen, dazu stieß er die Arme rhythmisch in den Himmel und es dauerte ein Weilchen, bis die Kollegen ihn eingefangen hatten. Dante Bonfim Costa Santos wird den 22. Juni künftig wohl wie einen zweiten Geburtstag feiern oder noch ein bisschen mehr. Was für ein Tag, was für ein Spiel, was für eine Rückkehr in seine Heimatstadt Salvador da Bahia: Ebendort erzielte der Brasilianer vom FC Bayern München im vierten Länderspiel sein erstes Länderspieltor. Es war vor 48.854 Zuschauern das 1:0 beim 4:2 (1:0) über Italien im dritten Vorrundenspiel des Confed-Cups.

Die Brasilianer fahren nun am Mittwoch als Gruppensieger zum ersten Halbfinale nach Belo Horizonte, die ebenfalls vorzeitig qualifizierten Italiener sind einen Tag später in Fortaleza dran. Aber all das verblasste am hellsten Tag in der Karriere des Fußballprofis Dante. Er hatte die Reise in die Heimat als Ersatzspieler angetreten und dann doch als Einwechselspieler ins Spiel gedurft, als nach einer guten halben Stunde David Luiz verletzt passen musste. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schlich Dante sich nach vorn und traf nach Freds abgewehrtem Kopfball zum 1:0.

Es war dies eine hochverdiente Führung. Vielleicht lag es am Fehlen des an der Wade lädierten Andrea Pirlo, dessen strategisches Geschick den Italienern Siege in den ersten beiden Turnierspielen ermöglicht hatte. Oder es war die feuchte Hitze im Norden Brasiliens, wegen der Trainer Cesare Prandelli schon mal ein paar zusätzliche Ruhetage angeregt hatte. Jedenfalls lief bei Italien wenig zusammen in diesem finalen Duell der Vorrundengruppe.

Schon in der ersten Minute gab es drei haarsträubende Fehler zu bestaunen. Der dritte zeitigte die erste brasilianische Chance, als Hulk in halblinker Position in den Strafraum eindrang und scharf und flach schoss, aber Italiens Torhüter Gianluigi Buffon hatte das bessere Ende für sich. Die nächste Chance vergab Neymar mit einem Schuss am rechten Pfosten vorbei.

Es trug nicht zur Festigung des italienischen Spiels bei, dass Trainer Prandelli schon Mitte der ersten Halbzeit zweimal verletzungsbedingt wechseln musste. Erst musste Riccardo Montolivo Platz machen für Emanuele Giaccherini. Kurz darauf ging der Brasilianer Neymar so heftig mit gestrecktem Bein in einen Zweikampf mit Iganzio Abate, dass er dafür die Gelbe Karte bekam. Für den Italiener aber war die Partie ebenfalls frühzeitig beendet. Für ihn kam Christian Maggio.

Es sah nicht gut aus für den Zweiten der Europameisterschaft, doch kurz nach der Pause kam er noch einmal zurück. Mario Balotelli spielte in den Lauf von Giaccherini, und der traf mit hartem Schuss zum 1:1. Balotelli war am Samstag längst nicht so auffällig wie in den ersten beiden Spielen und hatte doch einige gute Szenen. Er litt wohl am meisten unter Pirlos Abwesenheit.

Neymar sicherte Dante den gelungenen Abend

Dass es für die Brasilianer und vor allem Dante doch noch ein rundum gelungener Abend wurde, verdankten sie ihrem Wunderknaben Neymar und seinem nur kurz nach dem Ausgleich wunderschön ins rechte obere Dreieck gezirkelten Freistoß zur erneuten Führung. Den Freistoß hatte er selbst provoziert. Durch ein spektakuläres Dribbling, dem Maggio mit einem Foul ein Ende gesetzt hatte. Es war Neymars drittes Tor im dritten Confed-Cup-Spiel. Fred besorgte allein vor Buffon auch noch ein drittes Tor.

Doch zum Ende wurde es noch einmal spannend. Giorgi Chiellini, der sonst aufs Zerstören spezialisierte Verteidiger, brachte Italien auf 2:3 heran. Es war ein seltsames Tor, ermöglicht durch ein allgemeines Durcheinander in der brasilianischen Abwehr. Luiz Gustavo, der zweite Münchner im gelben Trikot, riss im Strafraum Balotelli zu Boden. Schiedsrichter Ravshan Irmatow hatte schon auf den Elfmeterpunkt gezeigt, doch dann traf Chiellini und entgegen aller Proteste zählte das Tor. Was folgte waren Momente des Zitterns, bis zur vorletzten Minute. Marcelos Schuss klatschte Buffon direkt vor die Füße von Fred, der ein zweites Mal traf und damit das Signal zur großen Party gab. Für Dante und Salvador und ganz Brasilien.



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