Copa America : Brasilien scheidet in der Vorrunde aus

Brasilien ist bereits in der Vorrunde der Copa America gescheitert. Gegen Peru verlor das Team von Trainer Carlos Dunga 0:1 - ein weiterer Tiefpunkt.

Brasilien protestierte heftig gegen die Entscheidung des Schiedsrichters, Perus Tor nach einem Handspiel anzuerkennen.
Brasilien protestierte heftig gegen die Entscheidung des Schiedsrichters, Perus Tor nach einem Handspiel anzuerkennen.Foto: AFP

Dieses Copa-Aus könnte Nationaltrainer Carlos Dunga den Job kosten. Durch eine unerwartete 0:1-Niederlage gegen Peru hat Rekordweltmeister Brasilien am Sonntag (Ortszeit) sensationell das Viertelfinale bei der Copa America Centenario in den USA verpasst. Nach Uruguay ist somit bereits der zweite Mitfavorit in der Gruppenphase gescheitert. Peru und Ecuador haben hingegen die K.o.-Runde erreicht.

In Foxborough, etwas außerhalb von Boston, ging es nach dem Schlusspfiff weniger um das Ergebnis, sondern um den Auslöser für die erste Niederlage der Brasilianer gegen Peru seit 1985. „Es gibt unerwartete Dinge, die nicht an den Spielern oder am Trainer liegen. Die Spieler und ich können nicht ändern, was alle gesehen haben“, meinte Dunga in Anspielung auf die 75. Minute.

Da hatte Raul Ruidiaz den Ball nach einer Hereingabe von der rechten Seite aus Nahdistanz mit der Hand über die Linie gedrückt. Die Brasilianer beschwerten sich sofort, Schiedsrichter Andres Cunha aus Uruguay brauchte mehr als drei Minuten, um sich mit dem vierten Offiziellen via Headset zu verständigen - und entschied anschließend auf Tor.

„Ich bin sehr glücklich, dass wir das Viertelfinale erreicht haben. Das Tor entstand durch einen schnellen Spielzug, der Ball hat mich am Oberschenkel getroffen“, betonte der Torschütze. Fernsehbilder widerlegten jedoch eindeutig seine Aussage. „Brasiliens Copa America nach einem krass übersehenen Handspiel vorbei“, schrieb die Tageszeitung „USA Today“.

Nächster Tiefschlag für Brasilien

Sein Team sei nicht aufgrund des Fußballs eliminiert worden, meinte Dunga. Doch damit macht es sich der ehemalige Profi des VfB Stuttgart bei aller nachvollziehbaren Unzufriedenheit zu leicht. Seine Mannschaft reiste zwar ohne Superstar Neymar an, hatte aber dennoch genug Qualität, um die Vorrunde zu überstehen. Doch bereits gegen Ecuador hatte Brasilien nur mit Glück ein 0:0 erreicht, weil ein reguläres Tor des Gegners nicht anerkannt wurde.

Das anschließende 7:1 gegen hilflose Haitianer hatte vor allem in der zweiten Halbzeit Trainingscharakter. Als es dann jedoch gegen Peru wieder ernst wurde, trafen die Brasilianer erneut trotz bester Chancen das Tor nicht.

Das Aus der Seleçao ist ein weiterer Tiefschlag für die stolze Fußball-Nation innerhalb von nicht einmal zwei Jahren. Bei der Weltmeisterschaft 2014 im eigenen Land wurde Brasilien im Halbfinale von Deutschland beim 1:7 regelrecht vorgeführt. Vor zwölf Monaten war bei der Copa America im Viertelfinale nach Elfmeterschießen gegen Paraguay Schluss. Nun ein weiterer vorzeitiger Copa-K.o. gegen Peru und in der Südamerika-Qualifikation zur WM 2018 ist das Team nach sechs Spielen nur Sechster. Das der Job von Carlos Dunga bei derlei Ergebnissen in Frage gestellt wird, steht außer Frage.

Ecuador zog durch einen 4:0-Erfolg gegen Haiti am letzten Spieltag noch an Brasilien vorbei und trifft als Gruppenzweiter im Viertelfinale am 16. Juni in Seattle auf Jürgen Klinsmann's US-Team. Peru steht einen Tag später Kolumbien gegenüber. (dpa)

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