Sport : Das Auge des Kahn

Daniel Pontzen

Es fühlte sich nach einer Rundum- Sorglos-Atmosphäre an. Der Spätsommer ließ die Sonne auf das Vereinsgelände der Bayern scheinen, das Oktoberfest wurde bereits in Stunden heruntergezählt, und nach dem Sieg in der Champions League war die Vorfreude auf das nächste Highlight zu spüren, das Spiel gegen Tabellenführer Bayer Leverkusen. Die Harmonie aber wurde jäh gestört, weil Pressesprecher Markus Hörwick eine unangenehme Befürchtung bestätigte: „Die Geschichte stimmt, Oliver Kahn hat bereits seit zwei, drei Monaten Probleme mit seinen Augen.“ Schon im Juni, beim Länderspiel auf den Färöer, hatte er sich deswegen zur Pause auswechseln lassen.

Kahn selbst sagte dem Fernsehsender Sat.1, er hoffe, „dass es in einigen Tagen abgeklungen ist“. Der Torhüter kann zum Teil nur verschwommen sehen. Inzwischen habe man herausgefunden, dass es sich um „eine ziemlich starke Entzündung“ handle, sagte Kahn. Gegen Leverkusen will er auf jeden Fall spielen. Am Mittwoch gegen Celtic machte erst eine kurzfristige Akupunkturbehandlung seinen Einsatz möglich. „Dass er kein Wort darüber verliert und sich ins Tor stellt, zeigt seine Größe“, lobte Michael Ballack. Der Ausfall des Ersatztorhüters Michael Rensing könnte Kahn davon abgehalten haben, sich eine Auszeit zu nehmen.

Trainer Ottmar Hitzfeld will kein Risiko eingehen. „Wir müssen aufpassen, dass die Entzündung nicht chronisch wird“, sagte er. Kahns Problem ist: Wenn Schweiß in die Augen läuft, „brennt es wie verrückt“. Aus diesem Grund hatte er am Mittwoch beim Aufwärmen ein Schweißband getragen. „Mir ist wurscht, wie das aussieht“, sagte Kahn.

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