Sport : Das ausgefallene Duell

Kohlschreiber siegt in Halle, Lisicki in Birmingham

Petra Philippsen

Halle - Als Philipp Kohlschreiber die silberne Trophäe für seinen Turniersieg im westfälischen Halle küsste, saß sein Trainer Miles Maclagan in London und wartete auf das Finale von Queens zwischen Andy Murray und Jo-Wilfried Tsonga. „Ich habe ihm eine Woche frei von mir gegeben“, hatte Maclagan zuvor gescherzt. Doch es sieht so aus, als wäre diese Auszeit schon bald von Dauer. Denn dass Kohlschreiber in Halle ohne Trainer spielte, zeigt, dass es Unstimmigkeiten gibt. Die Saison ist für Kohlschreiber bis zum Turnier in Halle alles andere als wunschgemäß gelaufen. Dreieinhalb Jahre ist es her, dass der Augsburger in Auckland sein letztes Finale gewann.

Doch Halle war schon immer sein Wohlfühlturnier, 2008 konnte ihn erst Roger Federer im Endspiel stoppen. Den Rasen mag Kohlschreiber, hier bezwang er Titelverteidiger Lleyton Hewitt und Top-Ten-Spieler Gael Monfils. Nur das Finale fand er nicht gut. „Es hat einen faden Beigeschmack“, sagte Kohlschreiber. „Das Siegerfeeling fehlt einfach.“ Es war das erste Finale zweier Deutscher, seit Tommy Haas 2004 in Los Angeles Nicolas Kiefer bezwungen hatte. Es sollte ein Tag werden, hatte Petzschner gewünscht, „um das deutsche Tennis zu feiern“. Doch ein blockierter Brustwirbel verdarb ihm beim Stand von 5:5 die Party. „Es ist unbeschreiblich bitter.“

Dennoch sieht Petzschner seine Teilnahme in Wimbledon noch nicht in Gefahr, wo er 2010 mit Jürgen Melzer den Doppeltitel gewann. Doch weder Petzschner noch Kohlschreiber werden beim berühmtesten Turnier der Welt gesetzt sein. Doch Kohlschreiber sagte: „Ich werde mit breiter Brust auftreten. Ich weiß, dass ich gutes Tennis spielen kann.“

Ebenfalls Grund zum Jubeln hatte Sabine Lisicki nach ihrer langen Verletzungspause. Die Berlinerin gewann das Finale in Birmingham 6:3, 6:2 gegen die Slowakin Daniela Hantuchova. „Ich kann es nicht glauben. Ich zittere“, sagte Lisicki. „Das bedeutet mir so viel.“ Petra Philippsen

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