Sport : Das große Finale

Felix Magath droht heute der Rauswurf auf Schalke

Gelsenkirchen - Showdown auf Schalke: Trainer Felix Magath will sich offenbar nicht ohne Gegenwehr aus seinen Ämtern beim Bundesligisten drängen lassen. „Ich stehe am Mittwoch auf der Matte. Ich will hören, was man mir vorhält. Ich habe mir nichts vorzuwerfen und mich immer an die Regeln gehalten. Diese Vorwürfe müssen erst bewiesen werden“, sagte Magath der „Bild“-Zeitung vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung des FC Schalke 04 am Mittwoch um 9 Uhr.

Längst geht es in der Causa nicht mehr allein um sportliche oder atmosphärische Störungen, sondern um juristische Fragen. Laut Medienberichten soll der formale Grund für Magaths bevorstehende Abberufung als Vorstandsmitglied sein, dass er bei einigen Transfers nicht satzungsgemäß gehandelt hat. Der 57-Jährige soll versäumt haben, bei einigen Transfergeschäften von mehr als 300 000 Euro die erforderliche Genehmigung des Aufsichtsrats einzuholen. Schon zum Gespräch am Sonntag in Düsseldorf waren Klubchef Clemens Tönnies und Magath in Begleitung von Anwälten erschienen. Es drohen eine schmutzige Scheidung und ein Streit um viel Geld.

Dem Vernehmen nach würden Magath bei einer vorzeitigen Trennung noch rund zwölf Millionen Euro zustehen. Sein Kontrakt ist bis 2013 datiert. Sollten sich die Vorwürfe gegen Magath bestätigen, könnte der mit 250 Millionen Euro verschuldete Verein aber womöglich eine hohe Abfindung einsparen.

Nach Magaths Abberufung als Vorstand durch das elfköpfige Kontrollgremium könnte die zweite „Entlassung“ durch die Vorstandskollegen Horst Heldt und Peter Peters erfolgen. Sie würden ihn in seiner Funktion als Trainer und Manager freistellen. „Am Trainer Magath können sie nichts mehr aussetzen, nachdem wir das Pokalfinale und das Viertelfinale erreicht haben. Jetzt wollen sie an den Vorstand Magath ran“, soll Magath gegenüber Freunden geäußert haben.

Als sicher gilt: Um 15 Uhr wird bereits ein neuer Trainer auf dem Platz stehen, der die Mannschaft im Auswärtsspiel am Sonntag bei Bayer Leverkusen erstmals betreut. Als heißer Kandidat gilt Tönnies’ 72 Jahre alter Freund Otto Rehhagel. Denkbar scheint auch, dass Magaths bisheriger Assistent Seppo Eichkorn, der von Magath abgerückt sein soll, die Aufgabe übernimmt und das Zepter am Saisonende an Ralf Rangnick übergibt. dpa

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