Sport : Das Phänomen nimmt Abschied

Ronaldo wird noch einmal eingewechselt

Letzter Sprint. Gegen Rumänien lief Ronaldo noch einmal für 15 Minuten auf. Foto: Reuters Foto: REUTERS
Letzter Sprint. Gegen Rumänien lief Ronaldo noch einmal für 15 Minuten auf. Foto: ReutersFoto: REUTERS

São Paulo - Es war ein würdiges Abschiedsfest für ihn. Die Fans skandierten den Namen des dreimaligen Weltfußballers Ronaldo schon lange vor dessen angekündigter Einwechslung in der 30. Minute der ersten Halbzeit. 15 Minuten kam der 34-Jährige im Testspiel der brasilianischen Nationalmannschaft gegen Rumänien in São Paulos Pacaembu-Stadion zum Einsatz. Viel mehr war nicht drin. Unter dem gelben Nationaltrikot wölbte sich sichtlich der Bauch, die Nummer 9 war auch schnell außer Atem.

Doch Ronaldo musste nichts mehr beweisen. Er beendete seine Karriere als zweitbester Torschütze in der Geschichte von Brasiliens Nationalelf. In 104 Spielen traf er 67 Mal. Nur Pelé gelangen mit 95 Toren noch mehr Treffer. In der Halbzeitpause des Spiels, das Brasilien mit 1:0 gewann, drehte Ronaldo Luís Nazário de Lima mit seinem beiden Söhnen Ronald und Alex eine Ehrenrunde im Stadion. In der einen Hand den Ball, in der anderen Brasiliens Nationalflagge. „Fenômeno para sempre“ (Phänomen für immer) war auf riesigen Transparenten zu lesen. Dann ging der Stürmer-Veteran, der am 14. Februar das Ende seiner aktiven Laufbahn verkündet hatte, ans Mikrofon in der Mitte des Feldes. „Ich danke Euch für alles. Ihr habt mich so akzeptiert, wie ich bin.“

Seine Klub-Karriere war bei Corinthians São Paulo zu Ende gegangen. In Europa spielte der Weltmeister von 1994 und 2002 für den PSV Eindhoven, FC Barcelona, Inter Mailand, Real Madrid und den AC Mailand. Er wurde Liga-Torschützenkönig in Spanien und den Niederlanden, holte mit Real Madrid zwei Meistertitel, gewann mit Inter Mailand den Uefa-Cup und wurde zweimal zu „Europas Fußballer des Jahres“ gekürt (1997, 2002). In Zukunft widmet sich Ronaldo seiner Sportmarketingfirma und wird durch die 2014 anstehende WM in Brasilien genug zu tun haben. „Bis bald“, rief er seinen Fans zum Schluss zu. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar