Sport : Das Prinzip Karstadt

Karsten Doneck

über die Fehler im Vorstand des Hamburger SV Karstadt baut Arbeitsplätze ab, der Autobauer Opel auch. Es sind nicht die Arbeitsplätze derer, die für die wirtschaftliche Schieflage ihrer Unternehmen verantwortlich sind. Die Manager bleiben, die Angestellten müssen gehen. So ähnlich sieht es beim Hamburger SV aus, wenn man mal davon absieht, dass der gestern geschasste Trainer Klaus Toppmöller in eine finanziell denkbar gut abgefederte Arbeitslosigkeit entlassen wurde. Sein Gehalt wird ihm bis zum Vertragsende am 30. Juni 2005 weiter vom Verein überwiesen.

Wer entlassen wird, ist irgendwann auch mal eingestellt worden. Von wem? Mit welcher Intention? Beim HSV entscheidet über die Trainerfrage der Vorstand, das sind im wesentlichen der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann und Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Wie haben sich diese beiden vor einem Jahr gefreut, dass sie einen namhaften Trainer wie Toppmöller für den HSV gewinnen konnten. Warnsignale wurden missachtet. Toppmöller war schon in Leverkusen entlassen worden, als er dort eine namentlich starke Mannschaft in den Abstiegskampf führte. Wie jetzt den HSV.

Klaus Toppmöller muss in Hamburg gehen, nach nur einem Jahr, entlassen von denselben Leuten, die ihn geholt haben. Hoffmann und Beiersdorfer aber werkeln ungestört weiter. So ist das Geschäft. Je mehr Verantwortung einer trägt, desto weniger haftet er im Schadensfalle. Da unterscheidet sich der HSV nicht von Karstadt oder Opel.

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