Sport : Das Revival der Achtziger

Werder Bremen ist wieder der große Konkurrent der Bayern

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Berlin (Tsp). Die Achtzigerjahre sind gerade wieder richtig in. Der Fernsehsender RTL hat der Dekade der Popper sogar eine eigene Samstagabendshow gewidmet, und in der FußballBundesliga wird ebenfalls das Revival der Achtziger gegeben. Zumindest könnte man beim Blick auf die Tabelle diesen Eindruck gewinnen: Bayern München vor Werder Bremen, das ist wie 1986, als Otto Rehhagel den SV Werder noch trainierte und Rudi Völler das grün-weiße Trikot trug. Die Bremer, einst der einzig ernste nationale Konkurrent der Bayern, träumen wieder von der guten alten Zeit. In Berlin, beim leichten Sieg gegen die schwache Hertha, hat Werder endlich wieder zu null gespielt und gleich den zweiten Platz in der Bundesliga erobert. Bremens Sportdirektor Klaus Allofs sieht seinen Klub gar zur „dritten Kraft“ in der Bundesliga gereift.

„Bayern und Dortmund spielen in einer anderen Klasse. Doch dahinter kommt Werder. Vor Schalke, Hertha oder Stuttgart brauchen wir uns nicht zu verstecken“, sagte Allofs. „Wenn wir so konstant weiter arbeiten, können wir die Champions League durchaus erreichen.“ Den Schlüssel zum Erfolg sah der Sportdirektor in der starken Defensivleistung: „Heute haben alle elf Spieler super verteidigt.“ Werders Trainer Thomas Schaaf fügte hinzu: „Nach der heftigen Kritik an unserer Defensivabteilung wollten wir heute unbedingt zu null spielen. Wir haben Hertha keine einzige Chance ermöglicht.“

In der Tat hatten die Bremer die Partie von Beginn im Griff. Das starke defensive Mittelfeld mit Fabian Ernst und Paul Stalteri ließ die Herthaner nicht zum Spielaufbau kommen. Hoch zufrieden war auch Torhüter Pascal Borel. „In der ersten Halbzeit habe ich zwei Schüsse aufs Tor bekommen. Nach dem Wechsel flogen zwei Bälle knapp über die Latte. Mehr war nicht“, sagte Borel. Für den 25 Jahre alten Schlussmann wurde die Partie zur Mutprobe. Nach zahlreichen Patzern in den letzten Spielen und der harschen Kritik beklatschten die Fans zunächst jeden gehaltenen Ball. Viel mehr gab es auch nicht zu beklatschen, denn die Berliner überboten sich an Harmlosigkeit.

Ein wenig überrascht waren die Bremer schon, dass sie den Sieg praktisch ohne Gegenwehr bekamen. „Ich hatte vor dem Spiel vor allem vor der Offensivabteilung von Hertha großen Respekt. Dass wir dann so gut wie nie in Gefahr geraten sind, hat mich schon gewundert“, sagte Allofs. Er selbst konnte während des gesamten Spiels ruhig auf seinem Platz sitzen bleiben. Auch Trainer Schaaf „hatte eigentlich nie Sorgen, dass wir dieses Spiel verlieren könnten.“

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