Sport : DAS TUN DIE VERBÄNDE

Nach den Vorwürfen zu mutmaßlich manipulierten Fußballspielen bemühen sich die Verbände um Aufklärung. DFB und DFL haben Untersuchungen angekündigt, nachdem es zumindest bei einem Bundesligaspiel auffällige Bewegungen auf dem Wettmarkt gegeben haben soll. Zudem hat der DFB Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main aufgenommen. Nach dem Skandal um Robert Hoyzer und der Meldung verdächtiger Europapokalspiele an Europol „kann niemand mehr die Hand dafür ins Feuer legen, dass so etwas nicht auch in Deutschland passiert“, sagt ein Funktionär aus der Verbandsspitze. Das Problembewusstsein immerhin ist gewachsen. Mit Hilfe der Firma „Sportradar“ wird der Wettmarkt beobachtet. Auch der Weltverband Fifa versucht derzeit, ein elektronisches Frühwarnsystem aufzubauen. „Wir nehmen das Problem Wettbetrug sehr ernst“, versichert Fifa-Sprecher Nicolas Maingot. Zu den Vorwürfen, auch WM-Spiele seien verschoben worden, will er sich nicht äußern. „Uns sind keine Unregelmäßigkeiten während der WM 2006 bekannt.“ Die Aufklärung gestaltet sich schwierig, da die Wettmafia international vernetzt ist. „Das macht es den Fußballverbänden sehr schwer, zu ermitteln“, sagt ein Insider, „die Hintermänner kommen meist gar nicht aus dem Fußball.“ Europol ist bei seiner Arbeit auf den Willen der Einzelstaaten angewiesen, die Straftaten zu verfolgen. In vielen Ländern gibt es aber nicht einmal Verfolgungsbehörden für Wettbetrug. ide/lsp

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