Sport : Das Unmögliche denken

Benedikt Voigt

erklärt die Folgen aus dem Fall Liverpool An dieser Stelle sei an eine jetzt schon legendäre Nacht in Istanbuls Atatürk-Stadion erinnert: an Gerrards Kopfball, an Smicers Rechtsschuss, an Alonsos Elfmeter-Nachschuss und an das Staunen der Zuschauer, dass es in einem Champions-League-Finale 0:3 stehen kann – und sechs Minuten später 3:3. Der FC Liverpool hat sich in jener Nacht in die Herzen vieler Fußballfans gespielt, von den Anhängern des Finalgegners AC Mailand mal abgesehen. Der Lohn folgte mit mehr als zweiwöchiger Verspätung: Liverpool darf in der kommenden Saison in der Qualifikation für die Champions League spielen. Eine Regeländerung machts möglich.

Es ist wie so oft bei Regeländerungen. Erst, wenn ein Fall eintritt, der nicht für möglich gehalten wurde, wird gehandelt. Bisher hatte man nicht geglaubt, dass ein Champions-League-Sieger in seiner Liga so schwach abschneidet, dass er sich nicht erneut qualifziert. Dann landete Liverpool in England auf Rang fünf. Dem Klub ist es nun zu verdanken, dass die Nationalverbände künftig dem Titelverteidiger einen Startplatz in ihren Kontingenten einräumen müssen. Eine Regel, auf die man früher hätte kommen können.

Der Weltverband Fifa täte gut daran, sich diesen Fall anzusehen. Denn neuerdings ist der amtierende Weltmeister nicht mehr automatisch für die nächste WM qualifiziert. Noch hat das keine Konsequenzen, Brasilien qualifiziert sich problemlos für die WM 2006. Was aber passiert, wenn der künftige Weltmeister Türkei heißt und anschließend in der WM-Qualifikation scheitert? Dann erlebt auch die Fifa ihr Liverpool.

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