DER 31. SPIELTAG : Live aus dem Stadion

Die Bundesliga kommentiert von Marcel Reif

Marcel Reif

Tja, Schalke, tja, Werder, über die Meisterschaft müssen wir nicht mehr reden. Verschenkt, und da nützen die späten Anstrengungen auch nichts mehr. Wie man mit Geschenkangeboten des FC Bayern umgeht, hat in dieser Woche Zenit St. Petersburg vorgemacht, man nimmt sie einfach an. Und sage keiner, die Bayern hätten in der Bundesliga nicht auch großzügige Angebote gemacht in dieser Saison. Nur nutzt sie niemand, und das wird langsam zum großen Problem des deutschen Fußballs. Denn die Macht der Münchner scheint, ach was, ist zementiert. Und ist nur gefährdet, siehe Petersburg, durch eigene Nachlässigkeit, durch Überheblichkeit. Aber das stimmt ja gar nicht, sie ist überhaupt nicht gefährdet, weil offensichtlich niemand da ist in der Liga, der in solchen Momenten an die eigene Chance glaubt.

Das ist doch eigentlich ein Witz, dass die Münchner zumindest zur Halbzeit des gestrigen Spieltages im Flugzeug auf dem Weg nach Wolfsburg schon zum Meister erklärt wurden. Und für die Bayern ist es die Strafe für ihr verdorbenes Auftreten im Uefa-Cup. Und zwar in Getafe und in Russland. Verdorben von der Bundesliga, die ihnen genau diese Haltung eingeimpft hat: Wir schaffen es ja doch immer wieder, auch ohne Anstrengung. Meister am Ende ohne eigenes Zutun. Das ist gewiss etwas überspitzt formuliert, weil ein wenig haben die Bayern natürlich auch dazu beigetragen, dass sie enteilen konnten, und bringt doch diese Saison auf den Punkt. Sie konnten machen, was sie wollten, es störte sie niemand. Und darin ist die Liga tatsächlich einzigartig in Europa, dass sie nämlich in der Spitze wirklich nur eine Spitze ist. Wo sonst gibt es nur einen Kandidaten auf den nationalen Titel? In Spanien nicht, nicht in Italien, am ehesten noch in Frankreich mit Lyon, und schon mal gar nicht in England, wo sie inzwischen neben der eigenen Meisterschaft in den europäischen Wettbewerben so etwas wie eine zweite englische Meisterschaft ausspielen, im Halbfinale der Champions League standen dieses Jahr drei Mannschaften von der Insel.

Gesund für den deutschen Fußball, tja, Schalke, tja, Werder, ist diese Einzigartigkeit nicht.

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