Sport : Der Architekt des Stadions

Mönchengladbachs Präsident Adalbert Jordan ist tot

Stefan Hermanns

Der 31. Juli 2004 soll ein großer Tag für Borussia Mönchengladbach werden. An diesem Tag wird nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit das neue Stadion des Fußball-Bundesligisten eröffnet. Das Ereignis soll groß gefeiert werden, doch schon jetzt ist abzusehen, dass es nicht nur ein Freudentag sein wird. Am Samstagabend ist Adalbert Jordan (Foto: ddp), der Präsident des Klubs, nach langer Krankheit im Alter von 66 Jahren gestorben. Ohne ihn würde es das Stadion vermutlich nicht geben.

Seit Februar 1999 war der Architekt und frühere Lokalpolitiker Mitglied des Präsidiums. Sieben Monate später stieg Jordan an die Spitze des Gremiums auf. Die Mannschaft war gerade abgestiegen, rund 15 Millionen Euro betrug der Schuldenstand. Inzwischen spielt der Verein wieder in der Bundesliga und ist schuldenfrei. Zudem werden die Gladbacher ab der neuen Saison in ihrem eigenen Stadion spielen. Das 86 Millionen Euro teure Projekt wurde von Jordan entscheidend vorangebracht, nachdem die Planung sich über mehrere Jahre ergebnislos hingezogen hatte.

Jordan, der bis dahin gar nichts mit Fußball zu tun gehabt hatte, war als Experte für den Stadionbau ins Präsidium aufgenommen worden. Pikanterweise war er Anfang der Neunzigerjahre als Baudezernent der Stadt Mönchengladbach daran beteiligt gewesen, dass der Bökelberg wegen Anwohnerprotesten nicht ausgebaut werden durfte und dadurch ein Neubau überhaupt notwendig geworden war. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Adalbert Jordan Ende Januar beim Richtfest des neuen Stadions. Die Einweihung darf er nicht mehr erleben.

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