Sport : Der beste Runningback aller Zeiten starb mit 45 Jahren an Krebs

Gunnar Meinhardt

Der amerikanische Sport kommt aus der Trauer nicht heraus. Eine Woche nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Golfprofi Payne Stewart starb am Montagnachmittag (Ortszeit) mit Walter Payton der erfolgreichste Runningback der National Football League (NFL). Der frühere Spieler der Chicago Bears erlag in seinem Haus in Barrington unweit von Chicago im Alter von 45 Jahren einer seltenen Leberkrankheit. "Er war der größte aller Runningbacks. Das Volk von Chicago und alle Amerikaner, die Football lieben, werden ihn zutiefst vermissen", erklärte US-Präsident Bill Clinton.

Payton gewann 1985 den Super Bowl und markierte in seiner 13-jährigen Laufbahn bei den Bears diverse spektakuläre Bestmarken. Eine hat noch heute Bestand. Mit 16 726 Yards trug er das "Ei" so weit wie kein anderer Spieler. "Ich wollte den Rekord so hoch setzen, dass den Nächsten daran das Herz bricht", hatte der Ausnahmeathlet mit der Nummer 34 bei seinem Karriereende 1987 gesagt. Es ist niemand in Sicht, der seine Nachfolge antreten könnte. "Walter war in Chicago eine Ikone, bevor ich kam. Er war ein super Athlet auf dem Feld, seine Leistungen sprechen für sich", sagte Basketball-Megastar Michael Jordan, als er vom Tod seines Freundes erfuhr. "Er wird jedem fehlen, der ihn gekannt hat", meinte Dan Marino, Quarterback der Miami Dolphins, der noch im legendären Stadion Soldier Field von Chicago gegen Payton spielte. Für seinen langjährigen Trainer Mike Ditka war der 1977 und 1985 als bester Spieler der Saison geehrte und 1993 in die Hall of Fame aufgenommene Payton "der beste Footballer, den ich je gesehen habe, und wahrscheinlich einer der besten Menschen, die ich je getroffen habe". Vom NFL-Chef Paul Tagliabue wurde "Sweetness", wie Payton liebevoll genannt wurde, als einer der famosen Athleten in der Sportgeschichte bezeichnet. "Er war eine Inspiration, in allem, was er tat."

Im Februar hatte Walter Payton erstmals öffentlich über seine Krankheit gesprochen. Damals schon schien der Familienvater nach der Chemotherapie nur noch ein Schatten seiner selbst zu sein. Offen gestand er, dass er sich vor dem Tod fürchte. Ihm war bewusst: "Das Schicksal liegt nicht mehr in meinen Händen, sondern in denen von Gott." Der bei ihm diagnostizierte Gallenkrebs zerstörte sukzessive die Leberfunktionen. Bis zum Schluss hatte Walter Payton auf eine Transplantation gehofft, doch die Ärzte gaben ihm dafür bei seiner schlechten körperlichen Verfassung keine Überlebenschancen.

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