Sport : Der beste Verlierer ist der beste Sieger

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Friedhard Teuffel über die neue Hamburger Olympiabewerbung

Wenn wirklich irgendwann wieder Olympische Spiele in Deutschland stattfinden, dann hoffentlich in Hamburg. Denn Hamburg ist unter den deutschen Großstädten zurzeit die sportlichste. Hamburg verfügt neben vielen Qualitäten noch über eine besonders noble Eigenschaft: Die Stadt kann ausgezeichnet verlieren. Kein Wort des Neids kam aus dem Hamburger Rathaus, als die Stadt aus bester Position bei der nationalen Ausscheidung für die Spiele 2012 gegen Leipzig verloren hatte. Und jetzt zeigt der Erste Bürgermeister Ole von Beust noch etwas, das einen guten Verlierer ausmacht: Er kommt wieder. Hamburg will sich um die Olympischen Spiele 2016 bewerben.

Das großartige Hamburger Bewerbungskonzept ist immer noch präsent: Spiele in der City und Spiele am Wasser. Es ist so gut, dass es für die Spiele 2016 nicht verändert werden müsste. Das Gelände der Hafencity könnte die Stadt auch für Olympia 2016 noch anbieten. Welches Konzept hinter der Leipziger Bewerbung steckt außer einer Besinnung auf die friedliche Wende von 1989, hat sich dagegen immer noch nicht gezeigt. Doch Beust hat es auch jetzt vermieden, die Leipziger Bewerbung zu kritisieren und sich über sie zu erheben. Er hat einfach ein Plädoyer für den Spitzensport in Hamburg gehalten, ein neuer olympischer Anlauf ist da nur konsequent. Was also spricht gegen Beusts Pläne? Dass sie zu seinem Wahlkampf gehören? Wenn schon. Beust hat nichts versprochen, was er nicht halten kann. Und ein Wahlkampf ist doch auch dazu da, um gute Ideen zu entwickeln.

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