Sport : Der böse Verdacht

Friedhard Teuffel

rätselt über den Dopingfall bei Alba Berlin Ein Dopingverdacht ist ein besonders böser Verdacht, weil er nur schwer aus der Welt zu bekommen ist. Es geht um so viel Biochemie, dass viele Sportfans schon den Verdacht als Verurteilung hinnehmen, anstatt auf mögliche Erklärungen zu warten, warum denn zulässige Grenzwerte überschritten worden sind. Genau das ist zurzeit das Problem des Basketballklubs Alba Berlin und seines Spielers Michael Wright. In der A-Probe wurden Wright Amphetamine nachgewiesen – eine Substanz, die auf der Dopingliste steht.

Hier beginnt der Erklärungszwang, in dem Alba nun steckt. Angeblich habe Wright eine Genehmigung für die Einnahme eines Medikaments, das auch Amphetamine enthalte, weil er seit seinem 14. Lebensjahr am Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom leide. Doch davon weiß der Deutsche Basketball-Bund nichts. Ein Hausarzt reicht jedenfalls nicht aus, um einem Sportler die Einnahme verbotener Substanzen zu erlauben. Und Albas Verweis darauf, in Amerika sei Wright mit seinem Medikament durchgekommen, ist schwach. In Amerika kommen Profisportler noch mit ganz anderen Substanzen im Körper ungeschoren davon.

Vielleicht liegt der Fehler tatsächlich beim Basketball-Bund, und vielleicht benötigt Wright tatsächlich ein ganz spezielles Medikament, das Amphetamine enthält. Doch das hätte er sich offiziell genehmigen lassen müssen. Warum das nicht geschah, konnte Alba bisher nicht glaubwürdig vermitteln. Bis auf weiteres steht Wright daher unter Verdacht und der Verein in schlechtem Licht. Jeder Tag, an dem Alba keine Aufklärung gelingt, erhärtet den Verdacht.Seite 23

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