Sport : Der Doktor sagt Nein

Scott Chipperfield kommt doch nicht zu Hertha

Sven Goldmann
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Chipperfield

Berlin - Am Donnerstagnachmittag, um exakt 15.32 Uhr, schickte Scott Chipperfield eine SMS in die Schweiz. Der knapp formulierte Inhalt ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „No good, I come back.“ Gerade hatte sich die Hoffnung des australischen Fußball-Nationalspielers auf ein Engagement beim Bundesligisten Hertha BSC in kalte Berliner Luft aufgelöst. Die Entscheidung sei auf Anraten der medizinischen Leitung einstimmig erfolgt, sagte Herthas Manager Dieter Hoeneß. „Der Spieler kehrt zurück zum FC Basel, wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute.“

Chipperfield hatte sich am Morgen einer Magnetresonanztomographie (MRT) unterzogen. „Auf den Bildern war keine deutliche Besserung seines verletzten Fußes zu erkennen“, sagte Hoeneß. „Die Wahrscheinlichkeit, dass er in den ersten vier oder fünf Bundesligaspielen fehlen würde, war einfach zu groß. Es ging uns ja bei seiner Verpflichtung nicht um eine Engagement über zwei, drei Jahre, sondern um die 17 Spiele der Rückrunde. Da war uns das Risiko einfach zu groß.“

Chipperfield sagte, er verstehe die Berliner Entscheidung, „sie brauchten einen, der ihnen sofort hilft. Aber für mich ist das natürlich eine große Enttäuschung, denn zum zweiten Mal ist mein Wechsel in eine der großen Ligen geplatzt.“ Nach der WM 2006 war sein Wechsel zum Premier-League-Klub Charlton Athletic an der zu hohen Baseler Ablöse-Forderung gescheitert.

Hertha hatte den 33 Jahre alten Mittelfeldspieler am Montag ins Trainingslager nach Marbella einfliegen lassen, obwohl er sich bei einem Spiel auf Kunstrasen vor einer Woche am linken Fuß verletzt hatte. Chipperfield absolvierte in Spanien ein paar Tests und flog gemeinsam mit der Mannschaft nach Berlin. Wer Ohren hat zu hören, dem war nicht entgangen, dass die Basis für die Verpflichtung des Australiers eine sehr schwache war. Mannschaftsarzt Ulrich Schleicher hatte im Trainingslager jeden Kommentar abgelehnt mit dem Hinweis darauf, es handele sich um einen Spieler des FC Basel. Und Manager Hoeneß ließ bei jeder sich bietenden Gelegenheit durchblicken, wie viel Sinn ein Transfer des Brasilianers Junior Cesar gemacht hätte. Aber den hatte Trainer Favre bekanntlich abgelehnt.

Muss Hertha acht Tage vor dem Rückrundenstart gegen Eintracht Frankfurt bei der Suche nach Verstärkung wieder ganz von vorne anfangen? Nein, sagt Hoeneß, „wir beschäftigen uns jetzt wieder mit den Optionen, die wir zugunsten Chipperfields zurückgestellt haben. Aber wir werden nicht um jeden Preis einen neuen Spieler holen.“ Sven Goldmann

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