Sport : Der Drang nach Höherem

Der 1. FC Union gastiert heute in Dresden

Matthias Koch

Berlin - Modernisierung ist schon mal eine gute Grundlage. Der 1. FC Union und Dynamo Dresden streben, zumindest mittelfristig, die Rückkehr in die Zweite Bundesliga an, bauen dafür bereits jetzt ihre Stadien um. Dresden lässt sich finanziell von der Stadt unterstützen, Union setzt auf die Hilfe von Fans und Sponsoren. Zwei Fußball-Drittligisten, getrieben vom Drang nach Höherem: Wer von beiden Klubs sportlich derzeit im Vorteil ist, wird sich heute zeigen, wenn beide Teams auf der Baustelle des Dresdner Rudolf-Harbig-Stadions aufeinandertreffen. Das Stadion ist mit 13 000 Zuschauern ausverkauft.

Es ist das 48. Pflichtspiel zwischen beiden Klubs. Noch zu DDR-Zeiten brauchten die Dresdner den 1. FC Union nicht allzu sehr zu fürchten. „Ich glaube, dass wir früher nie als Favorit in die Spiele gegen Dresden gegangen sind“, sagt Unions Torwartlegende Wolfgang Matthies. Zahlen belegen die Unterschiede: Dresden wurde acht Mal DDR-Meister, holte sieben Mal den Pokal, stellte 34 Nationalspieler. Union kann nur einen nationalen Titel vorweisen: den Pokalsieg 1968.

Und doch ärgerte Union den mächtigeren Rivalen hin und wieder. 1986, im FDGB-Pokal, unterlag Union im Halbfinale daheim den Dynamos 1:2. Alles aus? Nun, es gab noch ein Rückspiel. Da führte Dresden vor eigener Kulisse 3:1. Wieder stellte sich für Union die Frage: alles aus? Nein, die Berliner schlugen zurück, siegten 4:3 und standen im Finale.

Union und Dresden sind inzwischen in Liga drei sportlich auf Augenhöhe. Gemessen an Mitgliedern sind sie die beliebtesten Klubs aus dem Bereich der ehemaligen DDR. Union hat 5292 eingetragene Getreue, Dresden 4563 - das sind mehr als Hansa Rostock oder Energie Cottbus. Allerdings: Heute kommt es mal wieder ausschließlich darauf an, wer nun die besseren Fußballer hat.Matthias Koch

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