Sport : Der Ergänzungsspieler

Verginella soll Alba bis Januar helfen – dann kommt Rödl

Benedikt Voigt

Berlin. Als Marko Verginella aus dem Kraftraum der Max-Schmeling-Halle kommt, sieht er in der Vorhalle den Polen Szymon Szewczyk ein Interview geben. „Hey, wie geht’s“, ruft der Slowene durch den Raum. Nicht, weil er unbedingt wissen will, wie sich sein neuer Mitspieler gerade fühlt. Er hätte das auch vorher fragen können, er hat ja gerade knapp zwei Stunden mit ihm trainiert. Nein, es macht Verginella Spaß, wieder ein bisschen Deutsch zu reden. Verginella ist bereits dabei, sich ins Team zu integrieren. Genau deshalb hat ihn Alba Berlin am Mittwoch bis Ende Januar 2004 verpflichtet.

„Er kommt hier nicht als Selbstdarsteller“, sagt Marko Baldi, „er weiß, was Teamsport bedeutet. Der Vizepräsident von Alba Berlin glaubt, in dem 2,03 Meter großen Flügelspieler die notwendige Ergänzung zum Kader gefunden zu haben. Am Sonntag (15 Uhr, Max-Schmeling–Halle) wird Verginella gegen die EWE Baskets Oldenburg zu seinem ersten Einsatz für Alba kommen. Er will mithelfen, gegen den Tabellenführer des ersten Spieltages Albas ersten Saisonsieg zu bewerkstelligen. Am Freitag erhielt der Slowene seine Freigabe, den medizinischen Test hat er bestanden.

Seit sich Guido Grünheid bei der Universiade einen Kreuzbandriss zuzog, war die Position eines langen Flügelspielers im Kader der Berliner vakant. „Verginella hat in der Schweiz eine gute Saison gespielt“, sagte Baldi. Beim BC Lugano erzielte der 25-Jährige zuletzt durchschnittlich 15,3 Punkte und holte 6,1 Rebounds. „Wobei man die Schweizer Liga nicht mit der deutschen Liga vergleichen kann“, sagt Baldi. Doch der Slowene spielte in der Saison 2001/2002 auch für Braunschweig, wo er durchschnittlich 13 Punkte erzielte. Er kennt die Bundesliga, was bei seiner Verpflichtung ein bedeutsamer Grund war.

In der vergangenen Saison hatte Alba unterschiedliche Erfahrungen mit späten Verpflichtungen gemacht. Da war der Aufbauspieler John Celestand, der sportlich nicht den Anschluss an die Mannschaft schaffte. Und da war Vladimir Petrovic, der sich schnell ins Team und in die Herzen der Fans spielte. Prompt stand Petrovic ganz oben auf der Liste der Spieler, mit denen Alba unbedingt den Vertrag verlängern wollte. Auch Verginella hofft, dass sein Gastspiel bei Alba über Januar hinausgehen wird. Doch dafür muss er sich schon sehr nachhaltig empfehlen: Im Januar soll Henrik Rödl wieder spielen können.

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