Sport : Der erste Heimsieg nach 308 Tagen

Der Hamburger SV schlägt Dortmund 3:0

Karsten Doneck

Hamburg - Die letzten 60 Sekunden liefen – jene Zeit, in der beim HSV das Zittern beginnt. Schließlich hatten die Hamburger in den letzten vier Bundesligaspielen drei Mal durch Tore in letzter Minute wertvolle Punkte eingebüßt. Diesmal aber führte das Team in der AOL-Arena schon 2:0 gegen Borussia Dortmund. Ein Treffer fiel trotzdem noch – für den HSV. Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller hatte bei einer Rückgabe geradezu tölpelhaft über den Ball gehauen. Der Hamburger Juan Pablo Sorin schnappte sich den Ball, passte zum günstiger postierten Mehdi Mahdavikia und der vollendete zum 3:0 (2:0)-Endstand, dem ersten Heimsieg des HSV nach 308 Tagen.

Zum letzten Mal hatten die Fans in der AOL-Arena am 9. April vorigen Jahres über ein 2:0 gegen Mönchengladbach jubeln dürfen. Die Folgen des Erfolges sind indes überschaubar: Der HSV war und bleibt Letzter. „Wir haben nur einen kleinen Schritt gemacht, dem viele weitere Schritte folgen müssen“, gab HSV-Trainer Huub Stevens zu. Immerhin: Unter Stevens arbeitet die Mannschaft auf dem Platz weitaus disziplinierter als vorher. Gerade die Abwehr um Bastian Reinhardt ließ kaum Chancen des Gegners zu, das Mittelfeld zeigte sich läuferisch stark und übernahm Abwehraufgaben, unter Trainervorgänger Thomas Doll nicht selbstverständlich. „Unsere Organsiation war in Ordnung“, sagte Stevens knapp.

Allerdings brauchte der HSV auch den Beistand des Schiedsrichters. Da stürzte Hamburgs Mehdi Mahdavikia spektakulär über den am Boden liegenden Torhüter Weidenfeller. Lutz Wagner, der Unparteiische, pfiff Elfmeter. Eine Fehlentscheidung. Rafael van der Vaart kümmerten die Diskussionen um den Strafstoß nicht. Er verwandelte sicher. Noch vor der Pause glückte Collin Benjamin per Kopf nach Vorarbeit van der Vaarts das 2:0, die Vorentscheidung. „Das Tor haben wir selbst vorbereitet“, grantelte Dortmunds Trainer Jürgen Röber.

Sein Team agierte danach genervt. Dortmunds Dede grätschte mit Anlauf übermotiviert in die Beine von Jarolim, so dass Schiedsrichter Wagner keine Wahl hatte: Er zog Rot gegen Dede. „Danach war die Sache gelaufen“, sagte Röber. Die Dortmunder haben unter ihm zwar Bayern München beeindruckend geschlagen, aber danach jetzt drei Mal in Folge verloren.

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