Sport : Der Franz und die Seife

Wie der Fußball wirklich entstanden ist

Sven Goldmann

Die Engländer unter den Traditionalisten behaupten noch heute hartnäckig, dass es ihre Vorfahren waren, die das Spiel erfanden, dem zu Ehren ab kommenden Freitag ein großes Turnier in Deutschland ausgespielt wird. Das ist natürlich Blödsinn, wissen wir längst. Nein, wir verweisen jetzt nicht auf die alten Chinesen, die schon vor 4000 einem Dingsda hinterhergerannt sein wollen, das dem heutigen Fußball angeblich sehr ähnlich sieht.

Alles frei erfunden!

Den Fußball hat nämlich kein Engländer erfunden und auch kein Chinese, sondern Kaiser Franz. Pardon: Franz Kaiser. Sie wissen schon, der Sohn des Seifen-Fabrikanten, der sich so sehr darüber ärgerte, dass sein Sohn Franz immer mit schmutzigen Händen vom Spielen nach Hause kam. Das schickte sich nicht für den künftigen Erben eines Unternehmens, das da warb mit dem Slogan: „Kaiser-Seife auf die Hände, denn dann hat der Schmutz ein Ende.“ Also durfte der Franz … , nein, zu viel wird jetzt nicht verraten, sind ja noch eineinhalb Wochen bis zur WM. Zeit genug für ein aufmerksames Studieren des hübschen Bilderbuchs von Karsten Teich. Bestens geeignet für alle, die ihren Kindern nicht schon wieder das Wunder von Bern auftischen wollen. Oder das Wembley-Tor, die Hand Gottes. Alte Geschichten, alle schon tausend Mal gehört.

Zurück zu unserer neuen Geschichte, zurück zu Franz Kaiser: Der Hauptdarsteller hat entfernte Ähnlichkeit mit einem früheren deutschen Fußballspieler, der in seinem späteren Beruf als Kaiser nicht ganz unbeteiligt daran war, dass diese Weltmeisterschaft in Deutschland stattfindet. Das ist aber eine Geschichte, die man auch schon ein paar Mal gehört hat.

— Karsten Teich: Wie Franz Kaiser den Fußball erfand.

Verlag FischerSchatzinsel,

28 Seiten

12,50 Euro

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