Sport : Der ganz normale Betrug

Anke Myrrhe wundert sich nicht über die vielen Skandale im Tennis

Anke Myrrhe

Wettskandale, Kokain und jetzt auch noch ein Giftanschlag? In den vergangenen Wochen haben ungewöhnlich viele negative Meldungen den Tennissport erschüttert: Nachdem der Russe Nikolaj Dawidenko seit Monaten im Verdacht steht, illegale Wetten auf seine Spiele abzuschließen und absichtlich zu verlieren, meldete sich ein geheimnisvoller Unbekannter mit dem Vorwurf, auch deutsche Spieler seien an solchen Wetten beteiligt. Zuvor ist die Schweizerin Martina Hingis zurückgetreten, nachdem sie in Wimbledon positiv auf Kokain getestet worden war. Und nun der vorläufige Höhepunkt: Thomas Haas soll beim Davis-Cup-Halbfinale gegen Russland Ende September vergiftet worden sein. Von Verschwörung ist die Rede, das Bild der bösen Russen taucht wieder auf. Am Wahrheitsgehalt wird noch gezweifelt.

Es ist wohl eher ein Zufall, dass die Meldungen von dubiosen Machenschaften im Tennis nun alle zeitgleich auftauchen. Doch der angeblich so weiße Sport ist auch nicht vor kriminellen Entwicklungen gefeit, die viele andere Sportarten schon lange beschäftigen: Doping, Betrug, Skandale. Im Gegenteil, womöglich ist das Tennis besonders tief in Wettmanipulationen verstrickt. Es ist schließlich schwer nachzuweisen, ob ein Spieler einen schlechten Tag hat oder absichtlich verliert. Wo Wettkämpfe ausgefochten werden, wird es immer auch Betrugsversuche geben. Besonders dann, wenn man damit noch eine Menge Geld verdienen kann. Das gilt für Tennis wie für jeden anderen Sport.Seite 32

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