Sport : Der Kampf hat erst begonnen

Friedhard Teuffel erklärt, was der Blutpass für den Radsport bedeutet

Friedhard Teuffel

Doping ist so ein hartnäckiger Gegner des Sports, dass es wirklich bis aufs Blut bekämpft werden muss. Damit fängt jetzt sogar die Sportart an, die bis vor kurzer Zeit noch seinen Fans glauben machen wollte, Doping sei nur ein Schreckgespenst, von dem viel erzählt werde, das aber noch niemand gesehen habe. Der Internationale Radsportverband will künftig jedenfalls Listen darüber führen, was die Athleten alles im Blut haben. Die Radprofis bekommen einen Blutpass, auf dem alle Ergebnisse ihrer Blut- und Urintests verzeichnet werden. Und ohne Blutpass keine Fahrerlaubnis.

Tatsächlich unternimmt der Radsport damit etwas Sinnvolles, denn viele Dopingsubstanzen sind nur kurz oder gar nicht nachweisbar, aber ein Blutprofil über einen gewissen Zeitraum kann Hinweise auf Manipulationen geben. Mit diesem Pass steigt der Radsport im Dopingkampf von der letzten Liga ein wenig auf, Sportarten wie Schwimmen und Leichtathletik haben schließlich längst mit einer Datenbank für Blutprofile begonnen.

Dieser Aufstieg bringt allerdings neue Schwierigkeiten mit sich. Der Radsport muss nun komplizierte Fragen beantworten, die wichtigste ist: Wie kann der Athlet mit Auffälligkeiten im Blut gerichtsfest gesperrt werden? Dafür reicht die angekündigte Verdoppelung der Dopingkontrollen nicht aus, die Radverbände müssen auch in Dopingforschung investieren und die Kontrollen unabhängig durchführen lassen. Der Radsport hat mit seinem Blutpass einen biochemischen und juristischen Irrgarten betreten. Bisher hat er noch nicht gezeigt, dass er dafür genug Mut und Durchhaltevermögen besitzt.

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