Sport : Der Kantersieg der Kleinen

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Die Zahl Null ist mathematisch definiert als die Kardinalität der leeren Menge. Die Null ist die einzige reelle Zahl, die weder positiv noch negativ ist. Weder positiv noch negativ, so sind wohl auch die jüngsten drei Auftritte von Fortuna Düsseldorf einzuordnen. Der Aufsteiger nullt sich mit Vorsichtsfußball durch die Bundesliga. 360 Minuten ohne Gegentor, aber auch 281 Minuten ohne Tor. Düsseldorf kann nur defensiv. Das muss aber im Fußball nicht schlecht sein, gemessen an den niedrigen Ansprüchen eines Aufsteigers.

19 neue Spieler sind im Düsseldorfer Nichtkader, aber das sind nicht allesamt Nullen. Denn im Fußball gilt es ja – seitdem es die Europacup-Arithmetik gibt – nicht als ehrenrührig, wenn ein Trainer fordert, dass die Null stehen muss. Die Fortunen verteidigen ihre Null sogar abseits des Platzes. Verteidiger Oliver Fink sagt, die Defensive müsse erst mal stehen. Torwart Fabian Greifer sagte am Sonnabend, dass er zufrieden sei, dass hinten die Null gehalten worden sei. Und Trainer Norbert Meier sprach von einer „guten Grundordnung als Voraussetzung“. Die Nullen von Düsseldorf belegen: Die Null ist der Kantersieg der Unterprivilegierten. Das passt zu Düsseldorf, das passt zur Fortuna. Punkten mit nichts.

Geht es so weiter mit den Nullspielen, dann hätte der Aufsteiger am Saisonende 36 Punkte auf Konto. Das könnte zum Klassenerhalt reichen oder zumindest zum Erreichen des Relegationsplatzes 16. In den Entscheidungsspielen müssten die Düsseldorfer dann aber zumindest im Elfmeterschießen treffen. Denn immer Null, das geht auch im Fußball nicht.

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