Sport : Der Markt gibt nicht, der Markt platzt

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Helmut Schümann über viel Geld

und wenig Moral

Von Andreas Brehme wissen wir, dass er sehr schön „Ja, gut, ich sach mal“ sagen kann, ansonsten kein Mann des Wortes ist, dafür beim Elfmeterschuss nicht zaudert. Trainer war er mal, beim maroden 1. FC Kaiserslautern, und jetzt ist er reich. 1,07 Millionen Abfindung haben seine Anwälte vom Klub aus der Pfalz erstritten, das Geld wird zusammen mit den restlichen Schulden im hohen zweistelligen Millionenbereich bei Banken und Steuerzahlern zusammengekratzt. Letztlich also bei uns, aber wir geben ja gerne. Weil die Tradition nicht untergehen darf, und der 1. FC Kaiserslautern doch schon auch arg wichtig ist für die Region.

Arg wichtig kostet. Dem Brehme, – „ja gut, ich unterschreib mal“ – haben sie seinerzeit bei seiner Anstellung als Trainer einen sehr schönen Vertrag vorgelegt. Der sah ein monatliches Grundgehalt von 51 130 Euro vor, eine Zusatzdotierung von 7670 Euro pro Punkt (na gut, davon gab’s nicht so viel) und eine in Aussicht gestellte Provision von 357 905 Euro, sollte Brehme den Verein in den UefaCup führen (na gut, das hat auch nicht geklappt). 51 130 Euro für einen Mann, der noch nie irgendwo Trainer war, das ist generös, das ist großherzig, da klingt die Dankbarkeit durch, weil uns Brehme 1990 zum Weltmeister geschossen hat.

Man könnte natürlich jetzt auch fragen, ob da irgendjemand den verantwortlichen Herrschaften ins Hirn gesch… – aber das ist wahrscheinlich zu despektierlich in der noblen Balltreterbranche. Da argumentiert man ökonomisch und verweist gerne und gebetsmühlenartig darauf, dass der Markt die Summen eben hergibt. (Eine Argumentation im übrigen, die auch bei den Bayern in München vor der Moral geht). Wir wissen allerdings inzwischen, dass sie falsch ist, der Markt gibt es eben nicht her, die Pfälzer sind Pleite, die Bayern blamiert, mindestens, die Ballons des neuen Fußballmarktes platzen. Und das ist ein schönes Geräusch.

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