Sport : Der Meister findet seine Form – Eisbären schlagen Freezers 5:1

Claus Vetter

Berlin - Mike Schmidt hatte gestern Nachmittag keine Freude an seiner Arbeit. Das war dem Trainer der Hamburg Freezers anzumerken. Spätestens im zweiten Drittel des Spiels bei den Berliner Eisbären schien sich Schmidt auf der Hamburger Auswechselbank hinter seiner Zettelsammlung verstecken zu wollen. In seine Notizen schaute er sehr häufig mit gesenktem Haupt. Denn schon im Mittelabschnitt gab es für den Coach viel zu notieren, zum Beispiel zwei Berliner Treffer, allerdings keine Treffer seines Teams. Denn die Freezers spielten zu harmlos, um den Deutschen Eishockeymeister aus Berlin vor nur 4000 Zuschauern im Sportforum ernsthaft ärgern zu können. Die Eisbären kamen mühelos zu einem 5:1 (0:0, 2:0, 3:1)-Erfolg.

Für die Berliner war es der dritte Sieg im vierten Punktspiel der neuen Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Der Weg zum Erfolg war für die Eisbären anfangs zwar etwas mühsam, aber nach dem torlosen ersten Drittel funktionierte im Berliner Spiel vieles. Die erste Pause war erst seit 28 Sekunden vorbei, da hatte Denis Pederson schon einen von der Bande hinter dem Tor zurückprallenden Puck ins Hamburger Tor geschlenzt. Nur zwei Minuten später gelang Kelly Fairchild sein erstes Saisontor, und Berlin führte 2:0. Hilflos versuchten die Freezers, dem Spiel eine Wende zu geben. Doch Daniar Dschunussow konnten sie nicht bezwingen – auch weil der Berliner Torwart trotz tadelloser Leistung im letzten Drittel Youri Ziffzer weichen musste. Als Ziffzer durch Max Lingemann nach 44 Minuten bezwungen wurde, stand es nach Toren von Derrick Walser und Sven Felski schon 4:0 für die Eisbären.

Die Hamburger schienen sich mit dem Ehrentreffer zufrieden zu geben. Die Berliner dagegen waren noch nicht zufrieden: Drei Minuten vor Schluss erzielte André Rankel noch das 5:1.

Die Eisbären haben somit an den ersten beiden Wochenenden der neuen DEL-Saison mit ihrer jungen Mannschaft erstaunlich gut abgeschnitten. Was ihr Trainer Pierre Pagé gestern zufrieden registrierte. „Meine jungen Spieler haben schon viel dazugelernt.“ Bei den Freezers sieht das anders aus. Schmidt hatte gestern „eine kopflose und undisziplinierte“ Hamburger Mannschaft gesehen, für die nach der dritten Niederlage im vierten Saisonspiel nun ungemütliche Tage anbrechen dürfte.

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