Sport : Der neue Chef steht schon bereit

Der 1. FC Kaiserslautern erwartet René Jäggi

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Von Oliver Trust

Kaiserslautern. In der Pfalz blüht die Hoffnung. Und vieles deutet darauf hin, dass sie erfüllt wird. René C. Jäggi wird wohl am heutigen Mittwoch als neuer Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern vorgestellt. Und wenn alles so läuft wie es sich der 53 Jahre alte Manager aus der Schweiz vorstellt, dann wäre es auch keine große Überraschung, wenn neben ihm gleich der neue Trainer der Pfälzer sitzt, der Belgier Eric Gerets. Auf alle Fälle hat der ins Trudeln geratene Klub aus dem Südwesten Deutschlands durch seinen Pressesprecher Michael Novak für Mittwoch Mittag eine Pressekonferenz angekündigt. Jäggi müsste für den neuen Job seine zahlreichen Aufsichtsratsposten aufgeben. Zudem liegen dem Schweizer zwei weitere Angebote vom Schuhhersteller Salamander sowie einem italienischen Sportartikelhersteller vor.

Die Zeit drängt. „Jeder Tag, den wir verstreichen lassen, ohne einen starken Trainer, ist ein verlorener Tag“, sagte Stürmer Miroslav Klose und dokumentiert damit den Wunsch der Mannschaft nach geordneten Verhältnissen. Auch Kapitän Thomas Hengen hofft endlich auf einen „Trainer mit Ausstrahlung“, der die Pfälzer aus ihrer sportlichen Krise führt. Am späten Dienstagabend sollte bei einem Treffen zwischen Jäggi und der Klubführung alles geklärt werden, was an letzten Zweifel durch die Luft schwirrt. Jäggi, so heißt es, solle einen Vierjahresvertrag beim 1. FC Kaiserslautern erhalten, der ihm rund eine Million Euro pro Jahr garantiert. Bestandteil des Vertrages wird offenbar eine Festschreibung der Abfindung und eine Art Ausstiegsklausel.

Dies dürfte auch auf Jäggis Betreiben hin geschehen. Erst am 15. Oktober bittet der 1. FC Kaiserslautern seine Mitglieder zur Wahl des neuen Aufsichtsrates. Der Schweizer hat immer betont, er wolle wissen mit wem im Aufsichtsrat er es zu tun bekomme. Er hat schlechte Erfahrungen mit den mitteilsamen Pfälzer Fußballfreunden gemacht. Einen Tag nach seiner Ankündigung im engen Kreis, er denke an Gerets als neuen Trainer, stand die Geschichte in den Zeitungen. Und vom Oppositionsführer Andreas Kirsch musste er sich wenig freundliche Dinge anhören. Er werde Jäggi gleich wieder vom Betzenberg jagen, hatte Kirsch getönt. Vor ein paar Tagen nun hat seine Oppositionsgruppe „Unser FCK“ ihre Arbeit eingestellt.

Ob es neben dem 48-jährigen Belgier Gerets, der als Trainer mit Lierse, Brügge und Eindhoven bereits vier Meistertitel gewann, einen Sportdirektor geben soll, steht noch nicht fest. Der ehemalige Nationalspieler Hans-Peter Briegel hat ebenso wie Olaf Marschall Ansprüche angemeldet. Vor allem aber Briegels mögliche Berufung sorgt für Diskussionen. Dem einstigen Kaiserslauterer Publikumsliebling, in seiner aktiven Zeit als „Walz aus der Pfalz“ bekannt, werden enge Kontakte zum Spielerberater Roger Wittmann nachgesagt. Wittmann wiederum gilt als Vertrauter von Kaiserslauterns Mittelfeldspieler Mario Basler. Ein Großteil der Spieler beim 1. FC Kaiserslautern wird von ihm beraten, somit verfügt Wittmann bereits jetzt, ohne einen Sportdirektor Briegel, über hohen Einfluss in der Pfalz. Olaf Marschall hingegen gilt als Mann von Wittmanns Konkurrenten Michael Becker.

René C. Jäggi dürfte der eine Kandidat so unrecht sein wie der andere. Der Schweizer will neben einem starken Trainer nicht unbedingt auch einen einflussreichen Sportdirektor. Zusammen mit dem neuen Trainer erledigt Jäggi, vor allem nach den Erfahrungen in Kaiserslautern, die Dinge lieber selbst.

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