Sport : Der scherzende Holländer Huntelaar dementiert Abschied von Schalke

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Gelsenkirchen - Seine jetzigen Freunde aus Gelsenkirchen hatte Christian Fuchs mit seinem Siegtor gegen Piräus bereits beglückt, und nun waren die alten Freunde aus Bochum an der Reihe. Mit einem Stadionheft ausgerüstet, trat die kleine VfL-Delegation an den Held des Abends heran, drückte ihm einen schwarzen Filzstift in die Hand – und Fuchs, der frühere Bochumer, holte zu einem gewaltigen Armschwung aus und schrieb in riesigen Buchstaben „Herzlichst, Christian“ auf die aufgeschlagene Seite. Ein großzügig-lässiges Autogramm – und diesen Stil pflegte im Rücken des Österreichers auch Horst Heldt.

Schalkes Manager musste sich nach dem 1:0 gegen Olympiakos aber nicht mit guten Bekannten, sondern mit einem frischen Gerücht herumschlagen. Der Niederländer Erik Meijer, früher Sportdirektor in Aachen, jetzt TV-Experte, hatte kurz vor dem Anpfiff brandaktuell von den „letzten Infos“ aus seiner Heimat berichtet. Und die gingen so: „Klaas-Jan Huntelaar geht im Winter weg. Und der Favorit im Moment ist Arsenal.“ Nun ist es so, dass Meijer in seiner aktiven Zeit von eben jenem Arnold Oosterver beraten wurde, der jetzt auch Huntelaar berät. Wobei dem Schalke-Angreifer zu seinem angeblichen Wechsel nach London spontan nur die scherzhafte Bemerkung einfiel: „Da ist nichts dran. Vielleicht ist Erik Meijer nicht nur Sky-Experte, sondern auch Scout von Arsenal.“

Schalke-Coach Huub Stevens mag schon gar nicht an einen baldigen Wechsel seines aktuell etwas glücklosen Torjägers zum FC Arsenal glauben. Auch Huntelaar sieht sich im Februar und März, beim Achtelfinale der Champions League, noch als Schalkes Mann – während Manager Heldt immerhin ergänzte: „Wenn einer auf die Schnapsidee kommt und uns Geld für Klaas-Jan gibt, und das ein halbes Jahr vor Vertragsende, dann werden wir uns damit beschäftigen.“

Mangels vorliegender Anfragen steckte er die Angelegenheit aber „erst mal in die Kategorie totaler Schwachsinn“. Der 42-jährige Manager tat es in dem zur Schau getragenen Selbstbewusstsein, einem Verein anzugehören, der sich zunehmend in Europas Königsklasse etabliert. Bei den vergangenen drei Versuchen überstand Schalke die Gruppenphase stets unbeschadet, schaffte es danach einmal ins Viertel- und, einmal ins Halbfinale. Nun soll im letzten Spiel am 4. Dezember in Montpellier der erste Tabellenplatz verteidigt werden – gegen Arsenal. „Für mich ist es nicht so wichtig, ob wir in unserer Gruppe Erster oder Zweiter werden“, sagte Trainer Stevens zwar, für Horst Heldt waren damit aber die Grenzen der Lässigkeit erreicht. „Wir wollen im letzten Spiel Erster bleiben“, betonte der Manager, der weiß: „Das würde uns eine gute Ausgangsposition bei der Auslosung bringen.“Jörg Strohschein

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