Sport : Der schnellste Weg ins Halbfinale

Die Eisbären Berlin gewinnen in Köln - diesmal 3:0. Es ist der vierte Sieg im vierten Spiel.

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Der Durchbruch. Eisbär Olver (r.) bejubelt mit Busch dessen Tor zum 1:0. Foto: dpa
Der Durchbruch. Eisbär Olver (r.) bejubelt mit Busch dessen Tor zum 1:0. Foto: dpaFoto: dpa

Da hüpfte er aufgeregt wie lange nicht über das Eis, der Florian Busch. Er feierte sich, er feierte ein großes Stück vom Halbfinaleinzug. In der Kölnarena spielt der Bayer in Diensten der Eisbären eben besonders gern. Vor vier Jahren gelang ihm dort beim 2:1 der Berliner das Tor zum Titelgewinn, am Mittwoch nun jubelte er im selben Spieldrittel wieder. Buschs Treffer zum 1:0 brach den Widerstand der Kölner Haie, die sich 37 Minuten lang gegen ein Ausscheiden aus den Play-offs gestemmt hatten. Doch nach dem ersten Treffer spielte es sich für den Meister leichter: Die Eisbären gewannen 3:0 (0:0, 2:0, 1:0) und erreichten nach dem vierten Sieg im vierten Spiel in der nach dem Modus „Best of seven“ ausgespielten Viertelfinalserie das Halbfinale um die Eishockeymeisterschaft.

Wohl weil die Kölner in drei Spielen gesehen hatten, dass spielerisch gegen die Eisbären wenig ging, waren sie vor dem Mittwoch verbal in die Offensive gegangen. Berlins Trainer Don Jackson hatte sich über die harte Gangart der Haie beschwert, Kölns Geschäftsführer Thomas Eichin konterte, die Eisbären seien „Jammerlappen“. Verteidiger Moritz Müller lästerte mit. „Erst unterstellen sie uns Schwalben, dann sind wir zu hart.“ Die Berliner seien verwirrt. Zudem waren die Kölner über eine SMS von Berlins Kotrainer Hartmut Nickel erbost. Nickel hatte seinem ehemaligen Spieler Alexander Weiß getextet, er möge doch bitte bei von ihm erzielten Toren gegen die Eisbären das Jubeln sein lassen. „Albern“ sei das, fand Eichin.

Gar nicht albern ging es mit Beginn des Spieles auf dem Eis zu. Die Kölner gaben sich Mühe, das Tempo hochzuhalten, die Eisbären hielten mühelos dagegen. Trotz besserer Chancen der Berliner stand es vor 9866 Zuschauern aber nach dem ersten Drittel noch 0:0. Das Spiel verlor im zweiten Abschnitt an Tempo und die Eisbären gewannen immer mehr Ideen. Es brauchte allerdings ein Überzahlspiel, damit das Tor durch Busch fallen konnte. Bezeichnend war, dass Busch den Puck aus Nahdistanz unter die Latte hämmerte. Von der blauen Linie gelangen den Eisbären selten gute Schüsse, das Fehlen des verletzten Kapitäns Richie Regehr machte sich bemerkbar.

Nach dem Tor verloren die Kölner den Mut und das Spiel. Als die Haie sogar in Überzahl waren, schloss Frank Hördler einen Konter mit dem Treffer zum klärenden 2:0 ab.

Nach dem 3:0 durch Sven Felski kurz vor Schluss war der Halbfinaleinzug der Berliner perfekt: In den Play-offs der Worte waren die Kölner stärker, auf dem Eis waren die Berliner besser. Der glatte Erfolg der Eisbären in der Serie war verdient, aber angesichts der größeren Klasse der Berliner auch keine Überraschung. Gegen wen die Eisbären ab kommenden Donnerstag im Halbfinale spielen ist noch offen. Straubing und Düsseldorf heißen die Optionen. Wobei ein Duell mit den Straubing Tigers wahrscheinlicher ist, der Außenseiter hat durch den vierten Erfolg gegen Favorit Wolfsburg ebenfalls das Halbfinale erreicht. Schafft Düsseldorf aber noch eine Wende in der Serie gegen Ingolstadt (Stand 1:3), dann spielen die Eisbären gegen die DEG.

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