Sport : Der Teamgeist ist zurück

Alba Berlin schlägt den Mitteldeutschen BC mit 90:72

Benedikt Voigt

Berlin. Es war ein Empfang, wie ihn noch kein Gästespieler in der Max-Schmeling-Halle genießen durfte. Als der Hallensprecher die Mannschaft des Mitteldeutschen BC vorstellte, warteten die 7406 Zuschauer nur darauf, dass es aus den Lautsprechern schallte: „Mit der Nummer zwölf ... Wendell Alexis.“ Die letzte Silbe war noch nicht ausgesprochen, da sprangen die meisten Zuschauer von ihren Sitzen auf und feierten den Spieler, dem Alba Berlin so viel zu verdanken hat. Der 39-Jährige klatschte Beifall und bedankte sich bei den Fans.

Nicht ganz so freundlich empfingen ihn die Spieler von Alba Berlin auf dem Spielfeld. Sie gewannen das zeitweise hochklassige Bundesligaspiel mit 90:72 (46:42). Es war die beste und engagierteste Saisonleistung der Berliner. Vielleicht brauchten sie das emotionsgeladene Duell mit den vier ehemaligen Alba-Spielern vom Mitteldeutschen BC, um zu altem Teamgeist zurückzufinden.

Alexis hatten die Berliner gut in den Griff bekommen. Die meiste Zeit versuchte John Best, zwischen seinem Gegenspieler und dem Korb zu stehen und auf diese Weise überhaupt keinen Ball zu dem 39-Jährigen gelangen zu lassen. Best (13 Punkte) gewann das Duell gegen seinen Vorgänger Alexis (7 Punkte) klar. Zu Beginn konnten sich die Berliner durch Steilangriffe auf 19:7 absetzen. Angeführt von dem starken ehemaligen Alba-Spieler Misan Nikagbatse (16 Punkte) holten die Gäste jedoch auf und gingen kurz vor der Pause sogar in Führung. Doch dank DeJuan Collins und John Best lag zur Halbzeit wieder Alba vorn (46:42).

In der zweiten Halbzeit sank das Niveau, und es wurde ein hart umkämpftes Spiel. Albas Spieler fanden zunächst kein Mittel gegen die Zoneneverteidigung der Gäste und geriet erneut in Rückstand, doch am Ende des dritten Viertels hieß es 64:56.

Das letzte Viertel begann mit einem unglaublichen Dunking von DeJuan Collins über Nikagbatse hinweg. Ersatzspieler und Zuschauer riss es vor Begeisterung von den Sitzen. Der Aufbauspieler (21 Punkte) machte sein vielleicht bestes Spiel für Alba. Seine Aktion zeigte die Entschlossenheit, mit der sein Team von da an zu Werke ging. Alba baute die Führung auf bis zu 22 Punkte aus.

Wenn am Mittwoch in der Europaliga der spanische Spitzenklub Tau Vitoria kommt, können die Zuschauer einem weiteren ehemaligen Spieler einen ähnlichen Empfang bereiten: Dejan Koturovic. Der Applaus für Wendell Alexis dürfte jedoch nicht mehr zu übertreffen sein.

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