Sport : Der Trainer verspricht den Sieg

Nach vier erfolglosen Spielen ist Hertha unter Druck

Claus Vetter

Berlin - Marusha wird den sonnabendlichen Fußballnachmittag im Olympiastadion eröffnen. Die einstige Ikone der deutschen Techno-Szene wird ihren neuen Titel mit dem überraschenden Namen „Kick it“ zu Gehör bringen und danach Mitglied bei Hertha BSC werden. Die Showeinlage vor dem Bundesligaspiel der Berliner gegen den VfL Bochum (15.30 Uhr) sei vor allem etwas für die „jüngeren Leute“, glaubt Hertha-Sprecher Hans-Georg Felder. Darüber ließe sich natürlich streiten, ist doch Marusha zurzeit nicht so auf dem Höhepunkt ihrer Karriere wie in den Neunzigerjahren. Böse gesprochen passt der Rahmen gar zum Hauptereignis, denn die Fußballer von Hertha haben ja ihren ersten Saisonhöhepunkt schon hinter sich, zuletzt gab es vier Spiele ohne Sieg.

Für Lucien Favre steht am Sonnabend mehr auf dem Spiel als nur drei Punkte. Vor Saisonbeginn hat der neue Trainer erfrischend über neuen, interessanten Offensivfußball bei Hertha philosophiert und damit eine Aufbruchstimmung erzeugt bei einem zuvor oft farblosen Klub. Und jetzt? Nach dem Zwischenhoch, erreicht am sechsten Spieltag mit dem Sieg gegen Borussia Dortmund und einer Tabellenführung für 24 Stunden ist wieder trister Alltag bei Hertha eingekehrt. Vier Punkte Vorsprung haben die Berliner noch auf Tabellenplatz 16, den der VfL Bochum einnimmt. „Wir spielen nun gegen eine Mannschaft, die bisher wenige Punkte geholt hat“, sagt Favre. Das mache die Sache nicht einfacher, rudert der Trainer ein wenig herum. Über den Ernst der Situation, in der sich Hertha befindet, spricht Favre nicht gerne. Er habe doch von Anfang an gesagt, dass es in der Tabelle schnell nach oben oder unten gehen könne, sagt der Schweizer. „Du verlierst zweimal und fällst sehr tief, oder du gewinnst zweimal und bist wieder oben.“

Nach oben würde es nun bei Hertha mit einem Sieg gegen Bochum gehen, Solomon Okoronkwo wird bei diesem Vorhaben aber kaum helfen können. Mit vier Treffern ist der Nigerianer nach Marko Pantelic (fünf Tore) bislang Herthas gefährlicher Angreifer. Okoronkwo konnte wegen einer Angina und einer Zerrung die ganze Woche nicht mit der Mannschaft trainieren. Ansonsten wird Favre ja die Auswahl bei der Aufstellung mangels Alternativen nicht schwer fallen. Erstaunlich nur, dass der brasilianische Nationalspieler Mineiro auch gegen Bochum nicht das Vertrauen seines Klubtrainers zu bekommen scheint. „Er ist unser System nicht gewöhnt“, sagt Favre. In Brasiliens Nationalteam „macht Ronaldinho die Musik, da spielt Mineiro vor der Abwehr“.

Am Sonnabend macht erst mal Marusha die Musik im Olympiastadion – und dann? „Dann wollen wir unbedingt gewinnen“, sagt Favre. Eine klare Aussage in einer etwas unklar wirkenden Situation bei Hertha. Claus Vetter

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