Sport : Der Traum der guten Fee

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Robert Ide über den neuen

LigaPokal im Fußball

Es gibt Nachrichten, die klingen wie ein Märchen. Zum Beispiel diese hier: „Die Deutsche Fußball-Liga will den Liga-Pokal zu einem attraktiven und vollwertigen Wettbewerb ausbauen.“ Stellen wir uns also die Erfolgsgeschichte hinter dieser Meldung vor: Es war einmal ein Liga-Pokal, bei dem spielten die 32 besten deutschen Mannschaften mit, und alle Fans im Lande träumten davon, dass ihr Lieblingsverein die begehrte, golden in der Sonne funkelnde Trophäe gewinnen möge. Ein richtig wichtiger Wettbewerb ist das im Wunderland des Fußballs, und die Fernsehsender zahlen viel Geld dafür, das Spektakel übertragen zu dürfen, und wenn sie alle nicht gestorben sind, dann verdienen sie funkelndes Gold bis in alle Ewigkeit.

So geht das Märchen vom Aufschwung im Fußball, erdacht von einer guten Fee namens Deutsche Fußball-Liga. Kirch-Krise, Gehaltseinbußen, fehlende internationale Konkurrenzfähigkeit – all das macht der Liga-Pokal ab 2004 vergessen. Der Wettbewerb soll den Vereinen in den spielfreien Sommer- und Winterwochen neue Einnahmen bringen. In England funktioniert das, dort wird neben Meisterschaft und Pokal der FA-Cup ausgetragen. Und in Deutschland?

Hier zu Lande bleiben viele Fragen offen. Warum soll ein Turnier, das bisher sechs Vereine auf Sportplätzen an der Fußball-Peripherie austrugen, plötzlich Hunderttausende in die Stadien locken? Warum sollen Fans einen neuen Wettbewerb akzeptieren, obwohl sie immer weniger Interesse am nationalen DFB-Pokal und am internationalen Uefa-Cup haben? Warum sollen Pokalspiele im Winter zum Erfolg werden, wenn sich nicht mal mehr Hallenturniere rechnen?

Nein, die Geschichte vom funkelnden Liga-Pokal wird ein Märchen bleiben. Denn im Wunderland des Fußballs fehlt es nicht an neuen Trophäen. Es fehlt an attraktiven Spielen in den traditionellen Wettbewerben. Vielleicht sollte sich die gute Fee lieber darum kümmern.

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