Sport : Der Tross befindet sich auf dem Weg nach Melbourne

Michael Schumacher ist schon da, seine zwölf Tonnen "Gepäck" flogen am Sonntag hinterher - und für viele Experten ist der zweimaligen Weltmeister diesmal der Titel-Kandidat Nummer eins. Sieben Tage vor dem Saisonstart 2000 ist der Ferrari-Tross vom Mailänder Flughafen Malpensa aus Richtung Australien gestartet. Rund 25 Tonnen, so teilte das italienische Team vor dem Abflug mit, verfrachten die Italiener unter der Leitung des "ufficio logistico" um die Welt. Das ist ein gutes Dutzend für jeden der beiden Piloten. Ähnlich umfangreich ist das Gepäck der Konkurrenz. McLaren-Mercedes schickte 24 Tonnen plus drei "Silberpfeile" auf die Reise, die Vorbereitungen waren perfekt organisiert. "Das geht direkt am Ende der Saison los", berichtete Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug: "Das ist nichts Spektakuläres."

In den vergangenen Tagen mehrten sich die Stimmen, die "Schumi" bei den Titel-Prognosen den Vorzug gegenüber Titelverteidiger Mika Häkkinen gaben. "Für mich ist der Favorit Michael Schumacher", so BMW-Sportdirektor Gerhard Berger. Phil Hill, Clay Regazzoni und Rene Arnoux - wie Berger ehemalige Ferrari-Piloten - waren bei einer Feier am Wochenende in Monza einer Meinung. "Schumi hat diesmal alles, um seinen dritten Titel zu gewinnen", zitierte "La Gazzetta dello Sport" die Ex-Piloten.

Für die Teams wurde es am Wochenende ernst. Ferrari, Sauber und Minardi flogen von Mailand aus. McLaren-Mercedes, Williams-BMW und alle anderen starteten in den von der Konstrukteursvereinigung FOA gecharterten Frachtflugzeugen in London. Am Dienstag und Mittwoch hatten die meisten Teams noch in Silverstone getestet, am Donnerstag und Freitag wurde die Ausrüstung in verplombte Container verpackt, anschließend alles zum Flughafen geschafft. Auch Neuling BMW transportierte zehn Motoren von München nach London, insgesamt wiegt das Gepäck der Münchner fünf Tonnen, das von Partner Williams zwischen 20 und 25 Tonnen. 20 BMW-Mitarbeiter und 53 von Williams bilden den Tross des neuformierten Teams. Als letzter der Piloten startete Heinz-Harald Frentzen in Richtung Australien. Der Jordan-Fahrer aus Mönchengladbach wollte noch unbedingt die Party zum 70. Geburtstag seines Vaters mitfeiern.

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