Sport : Der Zweitligist bastelt am Team für 2000/2001

Benedikt Voigt

Im rückwärtigen Teil des Casinos im Mommsenstadion dudelte leise "Everybody was Kung-Fu-Fighting" über den Lautsprecher, doch Kampfesstimmung war auf der Pressekonferenz von Tennis Borussia nicht angesagt. Im Gegenteil, seit dem 3:1-Erfolg über Mannheim ist beim Zweitligisten die Luft raus. Die Berliner bilden mit 40 Punkten als einzige Mannschaft das Mittelfeld der Zweiten Liga und orientieren sich vor den restlichen fünf Saisonspielen an eher bescheidenen Zielen. "Wir wollen Spaß haben, punkten, und für unseren Namen was tun", erklärt Trainer Winfried Schäfer vor dem Spiel am Sonntag in Offenbach. Das Wichtigere spielt sich bei Tennis Borussia gegenwärtig abseits des Fußballplatzes ab.

Schäfer bastelt an der Mannschaft für die Saison 2000/2001. In dieser soll der 18-jährige Christian Tiffert eine bedeutsame Rolle spielen, weshalb der Klub auf eine baldige Vertragsunterschrift hofft. Der Nachwuchsstürmer hat Hertha BSC bereits abgesagt, weshalb sich Schäfer sicher ist: "Er wird bei uns unterschreiben." Fünf Spieler und einige Nachwuchsspieler will der Trainer in der nächsten Zeit verpflichten. Darunter sind in Jens Bäumer (21) und Benjamin Auer (19) zwei Talente des Karlsruher SC. Die Verhandlungen mit ihnen und anderen möglichen Zugängen gestalten sich jedoch nicht einfach. Die Turbulenzen bei Tennis Borussia blieben ihnen nicht verborgen. Schäfer sagt: "Man muss den Spielern erstmal ein richtiges Bild von Tennis Borussia geben."

Zwei Spieler haben schon genug von Tennis Borussia gesehen: Francisco Copado und Bruno Akrapovic. Beide statteten Vereinspräsident Erwin Zacharias vor einigen Wochen einen Besuch ab und baten um die Freigabe aus ihrem laufenden Vertrag. Der TeBe-Chef bewilligte dies - gegen eine hohe Ablösesumme. In Schäfers Planungen spielen die beiden, die auch auf seiner aktuellen Suspendierungsliste stehen, wegen ihres "Lebenswandels" (Copado) und "Schwierigkeiten mit der Mannschaft" (Akrapovic) ohnehin keine Rolle. Auch Ansgar Brinkmann und Sasa Ciric, die wiederholt öffentlich Abwanderungsgedanken äußerten, bekamen einen blauen Brief und können sich einen neuen Verein suchen. Gegen eine entsprechende Ablösesumme, versteht sich. "Es wäre allerdings gut", sagt Schäfer, "wenn Ciric von seinen Wechselabsichten absieht." Immerhin äußerte Mittelfeldspieler Abderrahim Ouakili, dass er seinen Vertrag bis 2002 bei Tennis Borussia erfüllen will.

Schäfer will das auch, er gab bereits den Terminplan bis zum ersten Spieltag der Saison 2000/2001 bekannt. Im Hintergrund tönte es aus dem Radio: "I will survive."

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