Sport : Des Kaisers roter Teppich: Der DFB hofiert Beckenbauer - trotz dessen Kritik

Franz Beckenbauer grollt und fordert mehr Unabhängigkeit, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) spielt auf Zeit und rollt dem "Kaiser" den roten Teppich aus. "Wir werden bis Ende des Jahres ein Organisations-Komitee gründen. Das heißt einen Aufsichtsrat von fünf, sechs Leuten, mit Franz Beckenbauer als Vorsitzendem, davon gehe ich im Moment zumindest aus", erklärte DFB-Generalsekretär Horst Schmidt hinsichtlich der Planungen für die WM 2006 in Deutschland in einem Interview mit dem "Kicker". "Darunter wird ein hauptamtliches, hoch effizientes Management installiert. Die einzelnen Management-Bereiche haben wir bereits festgeschrieben."

Schmidt reagierte damit auf die Kritik von Beckenbauer, der nicht nur seinen Rücktritt als Vizepräsident des DFB angekündigt, sondern auch ein eigenständiges und modernes OK für die Fußball-WM in Deutschland gefordert hatte. "Der DFB muss professioneller herangehen, für die WM 2006 muss es eine neue Organisation geben", sagte er. Zwar nannte Beckenbauer keine Bedingungen, dennoch ließ er offen, ab er als Vorsitzender des Organisations-Komitees zur Verfügung stehe. Gleichzeitig drohte der Präsident Bayern Münchens mit seinem Rücktritt als DFB-Vizepräsident.

Laut Horst Schmidt kalkuliert der DFB für die WM 2006 mit Ausgaben von rund einer halben Milliarde Mark. "Wir haben ein Budget von rund 500 Millionen Mark aufgestellt", sagte der DFB-Generalsekretär. Klar sei, dass die Refinanzierung über Marketing-Aktivitäten noch schwieriger sein werde als in der Vergangenheit. "Weil die Fifa mit ihren eigenen Vermarktern jede Ecke besetzt und mit Ausschließlichkeits-Verträgen abgesichert hat", erläuterte Schmidt seine Skepsis. "Die Refinanzierung wird für den DFB sicher eine der großen Herausforderungen sein."

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