Sport : Deutsche Gymnastinnen haben das Ziel Olympia schon erreicht

Beflügelt vom Vortageserfolg und ungeachtet einer anschließenden fröhlichen "Flurfete" im Mannschafts-Hotel haben die deutschen Gymnastinnen bei den Weltmeisterschaften in Osaka den größten internationalen Erfolg seit 15 Jahren gefeiert. Wie bei den Welttitelkämpfen 1997 in Berlin erreichte das Trio des Deutschen Turner-Bundes (DTB) im Mannschafts-Wettbewerb den vierten Platz - diesmal sogar ohne die Hilfe des Heimvorteils.

Die drei Wattenscheiderinnen Edita Schaufler, Lena Asmus und Monique Strobl, die am Donnerstag durch Rang fünf in der Qualifikation das zweite Olympia-Ticket gesichert hatten, waren zwar wie in Berlin gegen Russland (119,089 Punkte), Weißrussland (118,656) und die Ukraine (118,322) ohne Chance, erreichten aber mit 116,550 Zählern das Finale der besten Vier.

"Man merkte, dass die Mädchen ihr großes Ziel schon erreicht hatten. Sie waren erfreulich locker und unverkrampft", kommentierte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam das positive Abschneiden. Es war der größte Erfolg für die DTB-Gymnastinnen seit 1984, damals hatte die Wattenscheiderin Regina Weber bei den Olympischen Spielen in Los Angeles, begünstigt vom Boykott des ehemaligen Ostblocks, die Bronzemedaille in der Einzel-Konkurrenz gewonnen. Im deutschen Lager hatte man speziell um Schaufler gebangt. Eine langwierige Fußverletzung behinderte die Deutsche Meisterin im Abschlusstraining, doch die 19-Jährige biss die Zähne zusammen.

Zu einer Entwarnung sah sich das WM-Organisationskomitee bezüglich des Reaktorunfalls in Tokai veranlasst. In einer Mitteilung hieß es, der Störfall sei in 700 Kilometern Entfernung eingetreten, somit seien gesundheitliche Beeinträchtigungen ausgeschlossen. Dennoch reisten drei österreichische Gymnastinnen ab, der DTB sagte die für die kommende Woche geplante Teilnahme an der Vereins-WM in Tokio ab.

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