Deutsche Nationalmannschaft : Jetzt spielen die Eltern mit - gegen Rassismus

Der DFB hat einen ungewöhnlichen Spot für Integration gedreht - mit den Eltern der deutschen Nationalspielerinnen und Nationalspieler. Hier ist er zu sehen.

André Görke
DFB-Spot
Public Viewing. Die Eltern schauen gemeinsam Fußball.Screenshot: Thilo Rückeis

Ach, was für ein tolles Sommerwetter! Nicht nur über den EM-Stadien, sondern auch im neuen DFB-Spot für Integration. Der Film geht so: Würstchen und Mais brutzeln auf dem Grill, drei Männer trinken kaltes Bier auf der Terrasse, eine Frau stellt Kartoffelsalat zum Buffet. „Merhaba!“, rufen da auch schon die türkischen Gäste, die das Gartentürchen öffnen. Und eine dunkelhäutige Frau wippt lachend auf der Gartenschaukel. Wie ein schönes Nachbarschaftsfest!

Plötzlich ruft da eine Frau auf die Terrasse: „Schnell, kommt, das Spiel fängt an!“ Alle Frauen und Männer versammeln sich vor dem Fernseher im etwas muffigen Wohnzimmer. Die deutsche Nationalmannschaft ist nun auf dem Bildschirm zu sehen, dann wieder die Frauen und Männer im Wohnzimmer. Eine Stimme aus dem off fragt: „Was haben diese Frauen und Männer gemeinsam?“ Antwort: „Ihre Kinder spielen für die deutsche Nationalmannschaft“. Cut. Ende.

Es ist ein rührend-einfacher, aber doch sehr ungewöhnlicher Spot, den der Deutsche Fußball-Bund gestern vorstellte - ausgerechnet vor dem EM-Halbfinale gegen die Türkei. Im Film, der so schön spießig-deutsch wirkt, sind die Eltern der deutschen Nationalspieler und Nationalspielerinnen zu sehen. Stefan und Bärbel Mertesacker etwa, Maria-Theresia Metzelder und auch Beatrice Kemper-Asamoah, die ihren Sohn Gerald in Ghana zur Welt brachte. Es spielen die Eltern der Nationalspielerinnen mit, Marie-Françoise (Frankreich) und Elias Mbabi (Kamerun), deren 19-jährige Tochter Célia Okoyino da Mbabi in Bad Neuenahr unter Vertrag steht. Auch Ganyemete und Ismet Bajramaj (Albanien) sind zu sehen – ihre Tochter Fatmire, 20, spielt in Duisburg – oder Kibar und Sinasi Özbek (Türkei), deren Sohn Baris, 21, einst in Essen aufwuchs, in Istanbul spielt und U21-Spieler ist.

„Integration ist ein wichtiges gesellschaftspolitisches Thema“, sagte Präsident Theo Zwanziger. „Deswegen sehe ich es als Pflicht für den DFB an, in dieser Sache einen Beitrag zu leisten“. „Die Familien spielen eine große Rolle, sie treiben die Jugendliche an“, sieht Bierhoff in dem Film auch ein „Dankeschön an die Eltern“. Produziert wurde der Spot  von Sönke Wortmann, der ja auch während der WM 2006 das "Sommermärchen".  Zu sehen ist er nur im Netz auf www.dfb.de  - oder direkt hier hinter diesem Link.




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