Deutschland - Griechenland 64:87 : Nowitzki: "Das war schon peinlich"

Deutsche Basketballer nach der deutlichen Niederlage gegen Griechenland selbstkritisch.

Benedikt Voigt[Peking]

Sven Schultze stand im Gang des Wukesong-Basketballstadions mit dem Rücken zur Wand und brachte nur mühsam Worte heraus. Seine Stimme krächzte, es klang, als ob er sich eine Erkältung zugezogen hätte. „Das ist gestern beim Handballspiel gegen Südkorea passiert" erklärte der deutsche Basketballnationalspieler, „wir haben zu laut angefeuert." Wenn die deutschen Basketballnationalspieler solchen Einsatz auch gegen Griechenland gezeigt hätten.

Im zweiten Gruppenspiel unterlag die deutsche Nationalmannschaft Griechenland deutlich mit 64:87 (33:44). „Was mich enttäuscht hat, ist unser Einsatz", sagte Bundestrainer Dirk Bauermann, „wir sind lethargisch ins Spiel gegangen, obwohl wir uns das Gegenteil vorgenommen hatten." Seine Mannschaft ließ sich von der harten Verteidigung der Griechen beeindrucken, und wusste nach dem ersten Viertel (23:21) kein Rezept mehr in der Offensive. Der deutsche NBA-Profi Chris Kaman (4 Punkte) fand überhaupt nicht ins Spiel, aber eigentlich konnte sich niemand auszeichnen. „Das war schon peinlich", sagte Dirk Nowitzki.

Auch der NBA-Star der deutschen Mannschaft erzielte nur 13 Punkte und saß ab dem Ende des dritten Viertels auf der Bank. Er hatte sich stets zwei Verteidigern gegenüber gesehen. „Er ist teilweise mit unfairen Mitteln gestoppt worden", sagte Dirk Bauermann. Im zweiten Viertel ließ er sich sogar zu einer Tätlichkeit hinreißen, die mit einem absichtlichen Foul geahndet worden ist. „Da hat er vorher einen mit der Faust mitgekriegt", sagte der Bundestrainer entschuldigend. Auch Sven Schultze (11 Punkte) monierte unfaires Spiel der Griechen, gab aber zu: „Das hätten wir auch machen sollen."

Die fehlende Aggressivität war das größte Problem der deutschen Mannschaft. „Wir wissen, dass wir nicht die talentierteste Mannschaft sind, deshalb müssen wir es wenigstens über den Kampf hinkriegen", sagte Dirk Nowitzki, „das muss gegen Spanien besser werden." Beim nächsten Spiel gegen den Weltmeister, der China in einem dramatischen Spiel 85:75 nach Verlängerung bezwang, stehen die Chancen auch nicht sehr gut. „Ich bin positiv, dass wir von den nächsten drei Spielen zwei gewinnen können, vielleicht sogar drei", sagte Sven Schultze. Glaubt er nach dieser Pleite ernsthaft an einen Sieg gegen die zwölf NBA-Stars der USA? „Warum nicht, wenn die Amerikaner mal eine Niederlage im Gepäck haben, dann sind sie auch schlagbar", sagt der Flügelspieler von den Brose Baskets. Immerhin, das Selbstvertrauen scheint noch intakt zu sein. Im Gegensatz zur Stimme.

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