Sport : Deutschland sagt Ja zu Olympia

Robert Ide

Nun ist es offiziell: Deutschland wird sich um die Olympischen Spiele 2012 bewerben. Das hat das Nationale Olympische Komitee am Samstag in Hamburg einstimmig beschlossen. Nach dem Desaster von Berlin im Rennen um die Spiele 2000 stehen Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart, Hamburg und Leipzig am Start. Berlin kann nachnominiert werden. Glaubt man Senatskreisen, spricht nichts mehr dagegen. "Die Signale stehen auf Bewerbung", sagte Sportsstaatssekretär Thomas Hertel nach der Entscheidung. In den Koalitionsgesprächen zwischen SPD, FDP und Grünen werde Olympia "jetzt definitiv ein Thema sein".

"Wir haben eine olympische Aufbruchsstimmung wie selten zuvor im Lande", freute sich NOK-Präsident Walther Tröger. Die Spiele seien eine gewaltige Chance für den deutschen Sport. Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes, verknüpfte die Bewerbung mit konkreten Forderungen: "Wer nach Olympia ruft, muss den Schulsport sanieren und die Nachwuchsförderung sicherstellen." Einsparungen beim Breitensport und olympische Träume - das verträgt sich nach Ansicht von Richthofens nicht. Die Äußerung könnte ein versteckter Hinweis auf die Hauptstadt sein. Richthofen, der sich gegen eine Berliner Bewerbung für 2012 ausgesprochen hat, legt den Finger in die Finanzwunde. Wer - wie der Berliner Senat - am Sport sparen wolle, brauche sich keine olympischen Hoffnungen machen.

Die Bewerberstädte müssen sich bis zum Jahresende definitiv zu ihrer Kandidatur bekennen, spätestens am 15. April 2003 soll der deutsche Kandidat benannt werden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet 2005 über die Vergabe der Spiele 2012. Sollte der deutsche Kandidat dabei scheitern, wird sich das NOK um die Olympischen Spiele 2016 bemühen - "vorzugsweise mit dem selben Kandidaten", wie es in dem Beschluss heißt. Berlin muss sich also jetzt entscheiden.

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