Sport : DFB-Ligapokal: Erst Schalke, dann Union

Karsten Doneck

Heiner Bertram hätte sich am Sonntagabend gern ins Olympiastadion gesetzt. Schon allein, um mit Verwechslungsgefahren und alten Vorurteilen aufzuräumen. "Wir hätten gern vor einer großen Kulisse im Westen dieser Stadt Werbung für uns gemacht", sagt Bertram, der Präsident des 1. FC Union, "denn es gibt ja immer noch Berliner, die verwechseln uns mit dem BFC Dynamo oder sogar mit Radikalinskis. Denen hätten wir gern gezeigt, dass wir auch guten Fußball spielen und sympathische Fans haben."

Die Vorführung findet nun dort statt, wo der Zweitligist 1. FC Union ohnehin zu Hause ist: im Stadion an der Alten Försterei. Dorthin wurde das Testspiel am Sonntag (18.15 Uhr) gegen Hertha BSC verlegt. Mit Folgen: Die Herthaner konnten erst rund 1000 Eintrittskarten verkaufen, was Bertram zu der launigen Feststellung veranlasst: "Wir müssen eben versuchen, noch ein paar Leute mehr über die Spree zu uns zu lotsen." Bei Union flutscht der Kartenvorverkauf wie in besten Tagen: Knapp 6000 Tickets sind schon weg. Bertram frohlockt: "Vielleicht haben wir ja doch ein ausverkauftes Haus." Auch wenn Hertha sicher nicht in Topbesetzung antritt, weil am Vortag das Ligapokalfinale gegen Schalke ansteht.

Kennen lernen werden die Union-Fans möglicherweise einen neuen Stürmer. Der Kameruner Ferdinand Chifon von Pogon Stettin soll heute, an seinem 24. Geburtstag, einen Vertrag bei Union unterzeichnen. Sollte irgendetwas dazwischen kommen, zum Beispiel die zuletzt etwas ausufernden Gehaltsvorstellungen Chifons, dann würde Union schnell umdenken: Nachdem der ehemalige Magdeburger Adolphus Ofodile nun endlich herausgefunden zu haben scheint, wer von seinen vielen Beratern der einzig verhandlungsberechtigte ist, zeigt Union wieder Interesse an ihm. Oder ist das Wiederaufkeimen der Bemühungen um Ofodile nur ein Trumpf im Poker um Chifon?

Erfreulich für Union, dass gestern mit dem Stromerzeuger Bewag ein Sponsoringsvertrag über ein Jahr (plus ein Jahr Option) abgeschlossen werden konnte. Der Deal bringt dem Verein rund 100 000 Mark in die Kasse.

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