Sport : DFB-Pokal: Die Hypotheken sind für Kleppinger keine Last

Wolfram Göschel

Würde er dem Spruch folgen, dass aller guten Dinge stets drei sind, könnte Gerhard Kleppinger ganz gelassen und voller Optimismus sein Tageswerk verrichten. Das besteht darin, den Fußballspielern von Rot-Weiß Oberhausen, heute (14 Uhr, Alte Försterei) im DFB-Pokal zu Gast beim 1. FC Union, seine Vorstellungen von der beliebten Ballsportart zu vermitteln und die Mannschaft fit zu halten. Beides hat er vorher bereits an anderen Orten getan. Bis Ende 1998 war er rund ein Jahr lang für die Profis des Hamburger Kultvereins FC St. Pauli verantwortlich und landete mit denen gar auf dem vierten Tabellenplatz der Zweiten Liga. Anschließend trainierte Kleppinger die ebenfalls zweitklassig spielende Mannschaft des FC Gütersloh. Auch wieder nur ein Jahr, dann kam der wirtschaftliche K.o..

Nun hat Gerhard Kleppinger also seinen dritten Trainerjob in Liga zwei angetreten. Der ließ sich bis jetzt auch gar nicht so schlecht an, denn den Bundesliga-Absteiger MSV Duisburg konnte RW Oberhausen schon mal 1:0 bezwingen. Doch das hat für Kleppinger, der im fünften Jahr als Trainer tätig ist, keine besondere Bedeutung. "Natürlich wollen wir oben mitspielen, aber in der Zweiten Liga ist eine Menge möglich. Das hat man voriges Jahr am Karlsruher SC und Energie Cottbus gesehen", sagt er. Ebenfalls in der vorigen Saison landete seine jetzige Mannschaft nach einer ziemlich dürftigen Hinrunde noch auf Platz sechs. Allerdings unter seinem Vorgänger. Und der war kein Geringerer als der "Hans Dampf in allen Gassen" unter den Trainern, Aleksander Ristic. Der schied dann zwar von den Rot-Weißen, auch wegen einiger Kritik an seiner Arbeitsweise, hinterließ Kleppinger jedoch auch die Hypothek des sechsten Platzes und seinen großen Namen. Jedoch: Auch da gibt sich Kleppinger eher pragmatisch. "Mich interessieren meine Vorgänger nicht", sagt er leichthin. "Wenn man so denken würde, könnte man gleich aufhören zu arbeiten. Und eine Nachfolge von Daum, Hitzfeld oder Rehhagel könnte man ja gar nicht mehr antreten." Eine Aussage, hinter der sich die Zielstrebigkeit des 42-Jährigen verbirgt.

Zunächst verfolgt er aber zwei naheliegende Ziele. Zum einen will er in der Liga erfolgreich sein, zum anderen diesmal länger als wieder nur ein Jahr eine Profimannschaft betreuen. Wobei bekanntlich Letzteres von Ersterem nicht unwesentlich abhängt. Seine Chancen stehen aber nicht schlecht. Immerhin hat er in dem verjüngten Kader erfahrene Kicker wie Thorsten Judt, Jürgen Luginger (beide ehemals Leverkusen) und den Brasilianer Chiquinho.

Auch der DFB-Pokal ist für Kleppinger von Bedeutung. "Wir können unsere Kasse aufbessern und mit Losglück weit kommen", sagt er, warnt aber: "Wir sind nicht die Mannschaft, die sagt, wir fahren mal schnell irgendwo hin und gewinnen einfach so."

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