Sport : DFB-Pokal: Efes statt Schultheiss

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Früher gab es nicht so viele Satellitenschüsseln, erzählt Armahan Sahin. "Da sind unsere Leute noch ins Stadion gegangen, wenn sie Fußball sehen wollten." Sein Klub Türkiyemspor war früher der Stolz der türkischen Fußballfans in Berlin. Tausende pilgerten bis Anfang der 90er Jahre zu den Heimspielen ins Katzbachstadion. 1991 hat Türkiyemspor die Aufstiegsrunde zur Zweiten Bundesliga knapp verpasst. Dreimal standen die Kreuzberger im DFB-Pokal, zuletzt 1992. Da schlugen sie in der ersten Runde den Zweitligisten Blau-Weiß 90 2:1. In der zweiten Runde war Schluss.

Nun steht Yesilyurt im DFB-Pokal. "Jäschiljurt", sagen die Türken. Übersetzt heißt das "Grüne Heimat". In Istanbul gibt es einen gleichnamigen Stadtteil. Viele Vereinsnamen haben einen regionalen Bezug. So trägt jeder ein Stück Heimat auf der Brust. Der Verein Türkspor wurde 1965 von Gastarbeitern gegründet. Als erster türkischer Fußballverein außerhalb der Türkei. Bei den Heimspielen türkischer Mannschaften gibt es statt Bratwurst meistens Kebab. Und statt der Schultheiss-Molle das türkische Dosenbier Efes. Galatasaray Spandau, ein anderer Verein, hieß bis Ende der 90er Jahre noch Üsküdarspor Siemenstadt. "Viele Mitglieder sind Fans von Galatasaray Istanbul", sagt Geschäftsführer Veysel Sayilgan. Daher die Umbennung. In der vergangenen Saison kam es in Berlin zu kleinen Istanbul-Derbys. Galatasaray traf auf Fenerbahce aus Moabit. Ali Batman hat den Istanbul-Ableger 1989 in Berlin gegründet. "Ich bin Fenerbahce-Fanatiker", sagt er. Bei Fenerbahce gibt es auch Galatasaray-Fans. "Wir streiten uns dann manchmal. Aber ohne Messer."

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