DFB-Pokal : Ein Mann sieht zu oft Rot

Josip Simunic wird zum Problem für Hertha. Der kroatische Verteidiger flog in den letzten acht Monaten vier Mal vom Platz.

Claus Vetter
Simunic
Rot für Simunic: Schiedsrichter Dingert (r.) schickt den Hertha-Verteidiger beim Pokalspiel in Wuppertal vom Feld. -Foto: dpa

BerlinBerlin - Der Ball ist mitunter schon mal der Freund von Josip Simunic. Wenn er ihn im Training mit den Füßen herzt, ist ihm ein hohes Maß an Eleganz nicht abzusprechen. Der Fußball-Profi von Hertha BSC kann mit beiden Beinen fast gleich solide gut schießen, Kopfbälle sind auch eine Stärke des Josip Simunic. In der Saison 2004/2005 wurde der 29-jährige Kroate sogar zum besten Innenverteidiger der Bundesliga gewählt.

Lange her.

Seit ein paar Jahren prägen Aussetzer sein Spiel. Manchmal sind sie fußballerischer Natur, noch viel häufiger spielt ihm sein Temperament einen Streich – so wie jetzt am Dienstag bei Herthas Pokalspiel in Wuppertal. Dort sah Simunic nach einer Tätlichkeit Rot. Er ließ seine Mannschaft einmal mehr im Stich und dann auch 0:2 verlieren. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sperrte ihn für vier Pokalspiele. Die Sperre endet am 30. Juni 2010, falls er sie bis dahin nicht abgesessen haben sollte – was bei Herthas Leistungen im Pokal nicht auszuschließen ist.

Seine jüngere Bilanz an Ruppigkeiten ist geradezu erschreckend. In 17 Spielen musste Simunic zuletzt vier mal vom Platz. Der Kroate und die bunten Karten, das ist eine lange Geschichte: Bei der Weltmeisterschaft 2006 sah er in einem Vorrundenspiel gegen Australien als erster Spieler bei einer WM wegen eines Schiedsrichterirrtums gleich drei Gelbe Karten. So musste er tatsächlich erst nach dem dritten Gelb vom Platz. Geschichten von anderen Fouls sind weniger amüsant: Anfang Mai diesen Jahres hat er beim Spiel in Bremen Gegenspieler Christian Schulz mit einer Sprungattacke im Gesicht verletzt. Simunic wurde danach für vier Spiele gesperrt, entschuldigte sich aber immerhin: „Es tut mir Leid, was passiert ist, es war keine Absicht von mir.“

Inzwischen äußert sich der Kroate zu seinen Ausrastern nicht mehr. Seinen Angriff gegen den Wuppertaler Manuel Bölstler kommentierte er nicht. Simunic hatte Bölstler mit der Hand ins Gesicht gegriffen und angeblich beleidigt. „Ich habe ihn gefoult“, sagte Bölstler, „aber danach hat er mich noch übel auf Kroatisch beschimpft. Ich habe alles verstanden, meine Mutter ist Kroatin. Was er gesagt hat, möchte ich nicht wiederholen. Das war unter der Gürtellinie.“

Manager Dieter Hoeneß sagte: „ Es ist für mich völlig unverständlich. Simunic bringt sich jetzt wieder unnötigerweise in die Diskussion.“ Es ist nun damit zu rechnen, dass der Kroate eine Geldstrafe von Hertha bekommt. Claus Vetter

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