DFB-Sportdirektor : Sammers Klon gesucht

09.07.2012 12:13 Uhrvon und
  • Als Sportdirektor eine Bank. Während Matthias Sammer nun den FC Bayern auf Erfolg trimmen soll, fahndet der DFB nach einem Nachfolger. In unserer Bildergalerie präsentieren wir Ihnen eine Auswahl der Kandidaten. Foto: dapd
    Als Sportdirektor eine Bank. Während Matthias Sammer nun den FC Bayern auf Erfolg trimmen soll, fahndet der DFB nach einem Nachfolger. In unserer Bildergalerie präsentieren wir... - Foto: dapd
  • Der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts hat das von Sammer fortgeführte Nachwuchskonzept beim DFB initiiert. Derzeit ist er Nationaltrainer in Aserbaidschan. Das ist zwar weit weg, aber "der DFB hat ja meine Telefonnummer", kommentiert der 65-Jährige mögliche Ambitionen. Foto: dapd
    Der ehemalige Bundestrainer Berti Vogts hat das von Sammer fortgeführte Nachwuchskonzept beim DFB initiiert. Derzeit ist er Nationaltrainer in Aserbaidschan. Das ist zwar weit weg,... - Foto: dapd
  • Der frühere Nationaltorhüter und heutige ZDF-Fußballexperte Oliver Kahn hat einiges von Matthias Sammer, aber besitzt er auch das nötige strategische Geschick für den Posten? Foto: ddp
    Der frühere Nationaltorhüter und heutige ZDF-Fußballexperte Oliver Kahn hat einiges von Matthias Sammer, aber besitzt er auch das nötige strategische Geschick für den Posten? - Foto: ddp

Matthias Sammer hinterlässt beim DFB eine gewaltige Lücke. Der Verband hätte am liebsten einen Klon von ihm als neuen Sportdirektor - und bekommt unverhoffte Angebote.

Irgendwo in Frankfurt am Main stehen sie rum, die großen Fußabdrücke. Nur ein Matthias Sammer konnte solche Riesenstapfen hinterlassen – wenn man dem internen und öffentlichen Widerhall auf seinen Abgang als Sportdirektor beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) glauben darf. Stattdessen lebt, nach dem Transfer des Intelligenzarbeiters Sammer zum FC Bayern vor einer Woche, der titellose Rekordmeister wieder auf großem Fuß; zumindest in der Selbstwahrnehmung. Der DFB sucht derweil Sammers Nachfolger – womöglich eine Schuhgröße kleiner?

Bisher hat sich im deutschen Fußball niemand getraut, die naheliegende Frage zu stellen: Braucht der DFB überhaupt einen Sportdirektor? Schließlich ist die Nationalmannschaft wieder sympathisch und erfolgreich – allerdings wie der FC Bayern derzeit titellos; und aus den Nachwuchszentren der Bundesliga rücken und drücken neue Talente nach.

Video - Sammer: Viel Arbeit für FC Bayern

Dennoch fehlt dem deutschen Fußball gerade ein kleiner Tick zum ganz großen Ding; das Quäntchen Gier, das Sammer stets eingefordert hat: mehr Aggressivität im entscheidenden Moment, mehr Selbstvertrauen in die eigene Taktik, mehr Akribie, nicht mal einen Flüchtigkeitsfehler zu akzeptieren. Im EM-Halbfinale gegen Italien fehlte den Nationalspielern genau dieses Quantum. Vielleicht braucht der DFB genau deshalb einen Sportdirektor.

„Es geht darum, jungen Leuten das Durchwurschteln abzugewöhnen“, sagt Berti Vogts. „Das ist in Deutschland mittlerweile ein gesellschaftliches Problem.“ Aserbaidschans Nationaltrainer, der mit dem Handy gerade auf irgendeinem Flughafen steht, ist weit weg vom DFB; auch viele Fans wollten ihn nicht mehr. Heute darf man fragen: Warum eigentlich? Mit Vogts gewann Deutschland bei der EM 1996 den letzten Titel, er initiierte das DFB-Nachwuchskonzept, das später Sammer auf allen Ebenen implementierte. Vogts sagt: „Der DFB muss diesen Weg weitergehen und die jungen Spieler tatsächlich fordern.“

Matthias Sammer in Bildern: Ein Mann macht Karriere

Im Verband weiß man das nur zu gut. Glaubt man Nachwuchschef Hans-Dieter Drewitz, sucht der DFB jemanden, der genauso ist wie Sammer – also einen ehemaligen Fußballer mit öffentlichem Charisma und interner Durchsetzungskraft. Doch aus Führungszirkeln in Frankfurt am Main heißt es abwiegelnd: „Einen Klon gibt es nicht.“ Die Fußabdrücke bleiben wohl eine Weile verwaist.

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