Sport : DFB-Team will mit vier Stürmern in Oslo antreten

Mit purer Angriffslust will die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gegen Norwegen das letzte Länderspiel des Jahrhunderts bestreiten und ein Signal für das EM-Jahr 2000 setzen. "Wir werden mit Oliver Bierhoff und Ulf Kirsten im Sturmzentrum und den beiden Außenstürmern Oliver Neuville und Marco Bode spielen", kündigte DFB-Teamchef Erich Ribbeck am Tag vor dem Abflug nach Oslo zum ersten EM-Härtetest am Sonntag (Anstoß 17.30 Uhr/ARD live) an. Wie beim 2:1-Sieg am 4. September in Finnland, als Ribbeck erstmals auf ein Angriffs-Quartett setzte, sind zudem im Mittelfeld mit Mehmet Scholl und Christian Ziege zwei weitere Akteure mit Offensiv-Qualitäten im Ullevaal-Stadion fest eingeplant.

Für die Defensive werden gegen die seit 16 Spielen ungeschlagenen "Wikinger" der Dortmunder Torwart Jens Lehmann sowie die Münchner Markus Babbel, Lothar Matthäus, Jens Jeremies und Thomas Linke, für den eventuell auch Christian Wörns (Dortmund) ins Team rutschen könnte, zuständig sein. Die Formation steht, aber die Form ist ungewiss. "Es ist schwer, bei solchen Spielen die Bestleistung rauszukitzeln", sagte Ribbeck am Freitag nach dem letzten Training im Frankfurter Waldstadion. Der Teamchef sprach damit die Berg- und Talfahrt der DFB-Elf an, die unter seiner Regie zwar die EM-Qualifikation (eine Niederlage in acht Partien) meisterte, aber von sieben Testspielen nur eines (2:0 gegen Neuseeland) gewann.

"Ich wehre mich dagegen, dass alle Freundschaftsspiele schlecht waren. Das muss man differenzieren. Gegen die Schotten haben wir im April in Bremen ganz gut gespielt, aber das 0:1 bleibt haften", sagte Ribbeck. Mit Video-Aufnahmen der eigenen Fehler beim schmeichelhaften 0:0 gegen die Türkei vor einem Monat in München wird Ribbeck sein Personal auf das erste von sieben Testspielen vor dem EM-Start am 10. Juni einstimmen. Dazu will der 62-Jährige den zuletzt durch Champions League und Bundesliga gestressten Akteuren einschärfen, dass die Begegnung ein "Prestigeduell" ist. Ribbeck: "Die Norweger sagen, wir haben gegen Brasilien, England und Frankreich gewonnen. Jetzt wollen wir Deutschland als amtierenden Europameister schlagen. Das werde ich den Spielern sagen." - "Deutschland ist uns bisher aus dem Weg gegangen", sagt Kjetil Rekdal, der bei Hertha BSC unter Vertrag steht. Allein diese Aussage zeigt das Selbstbewusstsein der Norweger.

Einer wird das Spiel in Norwegen auf jeden Fall in guter Erinnerung behalten. Lothar Matthäus setzt am Sonntag ein weiteres Highlight seiner Karriere. Der 38 Jahre alte Libero von Bayern München stellt in Oslo mit seinem 143. Einsatz für den DFB den Länderspiel-Weltrekord des ehemaligen schwedischen Nationaltorwarts Thomas Ravelli ein.

Doch Matthäus, der in der Winterpause zu den New York/New Jersey MetroStars wechseln wird, wiegelt ab: "Der Rekord interessiert mich nur am Rande. Wichtig ist, dass wir als Mannschaft ein gutes Spiel zeigen." Um Anerkennung ist er trotzdem bemüht: "Die Deutschen können ein wenig stolz darauf sein, dass der erfolgreichste Nationalspieler aus ihrem Land kommt." Matthäus wird in Oslo wie gewohnt den Part des Abwehrchefs übernehmen.

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