DFB : "Wir brauchen die Hilfe des Staates"

Vor dem Grundsatzgespräch zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und der Deutschen Fußball Liga zu den jüngsten Ausschreitungen in deutschen Fußballstadien hat DFB-Präsident Zwanziger auch die Politik in die Pflicht genommen.

Berlin - "Wir sind nicht die Reparaturwerkstatt des deutschen Volkes", sagte Theo Zwanziger der Tageszeitung "Die Welt". "Wir brauchen auch die Hilfe des Staates", forderte der Verbandspräsident.

Die Vereine seien Veranstalter von Fußballspielen, weswegen der DFB auch Verantwortung für die Sicherheit habe. "Ich habe keine Probleme darüber nachzudenken, ob wir Projekte revitalisieren oder neu schaffen müssen. Ich halte aber überhaupt nichts davon, wenn von der Politik mit dem Finger auf den DFB gezeigt wird", unterstrich der DFB-Boss. Man könne nicht so tun, als müsste nur der DFB dafür sorgen, dass alle Fehlentwicklungen der Gesellschaft behoben werden.

Beim Zweitliga-Spiel FC Augsburg gegen 1860 München kam es am Freitagabend ebenso zu Ausschreitungen wie bei der Partie Hertha BSC Berlin II gegen Dynamo Dresden in der Regionalliga Nord. Bei den Krawallen in Berlin wurden 23 Polizisten zum Teil schwer verletzt, insgesamt 22 Personen wurden festgenommen. In Augsburg nahm die Polizei 21 Randalierer vorläufig fest. Zudem hatte das Pokalspiel zwischen den Stuttgarter Kickers und Hertha BSC Berlin am vergangenen Mittwoch abgebrochen werden müssen, nachdem ein Hartplastikbecher einen Schiedsrichter-Assistenten getroffen hatte.

Im Vordergrund für den DFB stehe nun das klare Trennen von Minderheiten, die den Fußball nutzen, um rassistische und gewaltsame Botschaften zu verbreiten, erklärte Zwanziger. "Wir werden unseren Beitrag verstärken, auch in der Projektarbeit mit den Regionalverbänden", kündigte Zwanziger an. Als konkrete Maßnahme strich Zwanziger neben dem Grundsatzgespräch mit der DFL auch den Fankongress Ende Januar heraus. (tso/ddp)

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