• Die Anti-Doping-Weltagentur wird wohl nicht rechtzeitig zu Olympia 2000 handlungsfähig sein

Sport : Die Anti-Doping-Weltagentur wird wohl nicht rechtzeitig zu Olympia 2000 handlungsfähig sein

Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) hat erneut Zweifel daran geäußert, dass die Anti-Doping-Weltagentur schon bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney weltweit arbeiten wird. "Wichtig ist, dass die Agentur am 1. Januar 2000 ihre Arbeit aufnehmen kann. Ob sie bis zu den Olympischen Spielen schon solche Fortschritte macht, dass sie in Sydney schon wirksam sein kann, dahinter kann man derzeit noch ein Fragezeichen setzen", meinte der Minister vor einem Vier-Augen-Gespräch mit dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Juan Antonio Samaranch, in Bonn.

Strittig ist zwischen Europas Sportministern und dem IOC weiterhin, wo die Agentur ihren Sitz haben wird. Neben Bonn sollen sich unter anderem Lissabon und Wien beworben haben. Das IOC will weiterhin am Sitz Lausanne festhalten. Schily: "Wir wollen eine unabhängige und transparente Agentur, deren Zielsetzung es sein muss, Anti-Doping-Maßnahmen weltweit zu vereinheitlichen." Schily forderte in Bonn bei der offiziellen Einweihung des Hauptsitzes des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) weiter die "intensive Einbindung von Athletinnen und Athleten": "Ich habe bei meinen Gesprächen in Sevilla das große Interesse der Athleten an der Klärung dieser Fragen gespürt. Die weltweite Ungleichbehandlung der Athleten in diesem Bereich ist das stärkste Argument für die Einrichtung der Agentur." Das deutsche IOC-Exekutiv-Mitglied Thomas Bach zeigte sich in Bonn überzeugt, dass die Agentur bis zum 1. Januar 2000 eingerichtet ist. Bach wies den Vorwurf zurück, dass IOC verzögere den Aufbau der Agentur: "Der Vorschlag der Agentur stammt von uns, wir haben 25 Millionen Dollar bereitgestellt. Wir haben höchstes Interesse daran, die Agentur schnellstmöglich ans Laufen zu bringen."

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