Sport : Die Arbeit geht erst los

Nach dem umjubelten Klassenerhalt muss Union nun den Kader für die neue Saison verstärken

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Marmor, Stein und Eisern bricht. Nach dieser Saison muss der 1. FC Union wichtige Leistungsträger wie Karim Benyamina (2. v. r.) ersetzen. Foto: dpa
Marmor, Stein und Eisern bricht. Nach dieser Saison muss der 1. FC Union wichtige Leistungsträger wie Karim Benyamina (2. v. r.)...Foto: dpa

Berlin - Für Jan Glinker war das Spiel gegen den FC Ingolstadt keine normale Begegnung – im Gegenteil. „Wenn ich sagen würde, dass ich vor dem Spiel nicht nervös gewesen sei, so wäre das gelogen“, sagte der ehemals langjährige Stammtorwart der Unioner. Im Laufe der Saison hatte er seinen Platz in der Startelf an Marcel Höttecke verloren. Gegen Ingolstadt kehrte Glinker wegen einer Verletzung seines Konkurrenten zurück in die Startelf. Bereits die ersten Ballkontakte Glinkers wurden vom Unioner Publikum mit Beifall bedacht, welcher sich nach einer Glanzparade gegen Ingolstadts Kapitän Stefan Leitl zu Sprechchören steigerte. „Genau dieses Verhalten der Zuschauer macht Union so einzigartig“, sagte Glinker hinterher in Bezug auf das feine Gespür der Fans.

Ähnlich ging es Karim Benyamina. Der Rekordtorjäger der Köpenicker wurde nach seinem Treffer zum 1:1-Endstand ebenfalls mit Sprechchören bedacht. Auch nach dem Spiel feierten die Anhänger den algerischen Nationalspieler minutenlang. Doch der Abgang des 29 Jahre alten Angreifers steht fest. Offen ist nur, wohin er geht.

Ebenfalls vor dem Absprung steht Dominic Peitz. Er wechselt in die Bundesliga. Sein neuer Arbeitgeber ist noch nicht bekannt, die Verträge sind aber wohl schon unterschrieben. Da auch die Verträge von Paul Thomik, Björn Brunnemann und Macchambes Younga-Mouhani auslaufen, gibt es in der kommenden Saison etliche freie Planstellen im Mittelfeld. Das bietet die Möglichkeit, mit geschickten Transfers die spielerische Qulaität des Kaders deutlich zu erhöhen. Das wäre kein Schaden für Union – im Gegenteil.

Gegen Ingolstadt beispielsweise operierte der 1. FC Union mit vielen langen Bällen. Wirklich Gefahr kam aber nur dann auf, wenn die Köpenicker sich mit kontrolliertem Spielaufbau dem gegnerischen Strafraum näherten.

Weitere Impulse erhofft sich Unions Trainer Uwe Neuhaus in Zukunft von den jungen Offensivkräften Steven Skrzybski (18) und Christopher Quiring (20), die er in dieser Saison gezielt förderte. Dennoch besteht nach dem Abgang von Benyamina Bedarf in der Offensive, sodass wohl noch ein Stürmer verpflichtet wird.

Nach der Arbeit auf dem Platz wird nun also kräftig hinter den Kulissen gewerkelt. Denn in Köpenick wissen sie, dass die Zugehörigkeit zur Zweiten Bundesliga nicht selbstverständlich ist. Sie haben halt ein sehr feines Gespür an der Alten Försterei.

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