Sport : Die Daum-Tragödie: Muss der Trainer vor Gericht?

Die Kölner Staatsanwaltschaft wird in der kommenden Woche darüber entscheiden, ob gegen den entlassenen Trainer des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, Christoph Daum, ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet wird. Die Sprecherin der Behörde, Regine Appenrodt, sagte am Sonntag auf Anfrage, darüber müsse erst die zuständige Fachabteilung der Staatsanwaltschaft beraten.

Weil ein Drogentest positiv ausgefallen war, hatte Daum am Wochenende seinen Job als Cheftrainer bei Bayer Leverkusen verloren und wird auch nicht - wie ursprünglich geplant - im Juni neuer Bundestrainer. Daum hatte die Haarprobe am 9. Oktober freiwillig abgegeben, um Gerüchte über Drogenmissbrauch zu entkräften. Damals erklärte er: "Ich werde den Nachweis meiner Unschuld erbringen." Vorausgegangen war eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen ihm und dem Manager von Bayern München, Uli Hoeneß, der Daum indirekt Kokainkonsum vorgeworfen hatte. Daum, dessen Anwalt gegen Hoeneß eine Klage wegen übler Nachrede einreichte, hatte sich der Haaranalyse zunächst widersetzt, dann aber zugestimmt. Daum war seit 1996 Trainer von Bayer Leverkusen. Seit Samstag hält er sich auf Anraten seines früheren Vereins in Miami auf.

Leverkusens Manager Reiner Calmund sagte am Sonntag, er schließe eine Rückkehr Daums auf einen Trainerposten nicht aus. Er werde "nach einer Auszeit wieder als großer Trainer seinen Platz finden." Das habe er verdient. Man habe sich aber jetzt von ihm trennen müssen; daran werde auch das Ergebnis eines neuen Drogentests nichts ändern, den Daum verlangt hat. Die jetzige Probe sei "dreimal durchgecheckt" worden. Von diesem Test hätten ihm "alle abgeraten", auch Uli Hoeneß und Franz Beckenbauer. "Er war einfach nicht zu bremsen, war und ist von seiner Unschuld überzeugt."

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