Sport : Die einen fahren, die anderen vergessen schnell

Ferrari-Pilot Massa und BMW glänzen beim Formel-1-Rennen in Bahrain – Debakel für McLaren-Mercedes

Karin Sturm[Manama]

Felipe Massa lächelte leicht, es war das Lächeln der Genugtuung. Mit einem souveränen Sieg beim Formel-1-Rennen in Bahrain vor seinem Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen brachte sich der durch eigene Fehler zuletzt arg in die Kritik geratene Brasilianer zunächst einmal aus der Schusslinie. „Ich habe immer gesagt, dass ich zeigen werde, was ich kann. Jetzt habe ich es bewiesen“, sagte der 26-Jährige. „Das war ein Superwochenende für mich.“ Trotz des überlegenen Doppelsieges der Roten war auch BMW-Sauber ein klarer Gewinner des Wochenendes: Nach der ersten Poleposition für das Team durch Robert Kubica eroberte der Pole mit Rang drei nicht nur den dritten Podestplatz für das Team hintereinander in diesem Jahr. Er brachte zusammen mit Nick Heidfeld, der Vierter wurde, die Weiß- Blauen erstmals an die Spitze der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft – einen Punkt vor Ferrari.

BMW-Teamchef Mario Theissen, sonst der Rechner in Person, wurde von dieser Nachricht überrascht: „Ich habe während des Rennens nicht mitgerechnet. Man hat mir erst nachher gesagt, dass wir vorne sind – das hat mich echt umgehauen.“ Es sei das beste Wochenende der Teamgeschichte gewesen: „Heute waren wir hier eindeutig die zweite Kraft hinter Ferrari. Jetzt bleibt noch ein Ziel für diese Saison, und das ist der erste Sieg.“ Außer einem kleinen Problem am Start absolvierten Kubica und Heidfeld ein perfektes Rennen. Obwohl der Deutsche mit der Strecke nicht so gut zurechtkam wie sein Teamkollege, übernahm er durch seinen vierten Rang den zweiten Rang in der WM-Wertung. „Das war schon ein Trost dafür, dass das Wochenende für mich von Anfang an nicht so perfekt gelaufen ist“, sagte Heidfeld. „Ich konnte zumindest noch das Beste daraus machen und hatte ein gutes Rennen mit zwei schönen Überholmanövern gegen Trulli und Kovalainen.“

McLaren-Mercedes musste dagegen eine arge Enttäuschung wegstecken. Lewis Hamilton hatte nach schlechtem Start und einem unnötigen Auffahrunfall mit Fernando Alonso, der ihn den Frontflügel kostete, nicht die geringste Chance mehr, wurde am Ende 13. und sogar überrundet. „Das war ein Desaster“, murmelte der Brite. Weil auch Heikki Kovalainen als Fünfter das Tempo von Ferrari und BMW nicht mitgehen konnte, war es für Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ein „Tag zum schnell Vergessen“.

Sonderlich lange wird sich auch Nico Rosberg nicht an diesen Grand Prix erinnern. Der Williams-Pilot holte sich als Achter zwar einen WM-Punkt, hatte sich aber mehr erhofft: „Es ist im Mittelfeld halt sehr eng. Da reicht die kleinste Kleinigkeit, dass man dann doch mal einen Platz verliert wie ich heute gegen Webber.“ Timo Glock fuhr hinter ihm als Neunter knapp an seinem ersten Punkt vorbei, aber nach zwei Ausfällen immerhin mal ins Ziel – und das noch vor dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso. „Es war sehr gut, dass ich endlich mal angekommen bin“, sagte der Toyota-Pilot. „Ich war auch die meiste Zeit sehr gut unterwegs, nur am Ende hatten wir leider ein Getriebe-Problem.“

Adrian Sutil landete nach einem Problem gleich in der ersten Runde auf dem 19. und letzten Platz. Nur Sebastian Vettel sah von den Deutschen wieder keine Zielflagge, er war schon kurz nach dem Start draußen: „Leider hatte ich eine Berührung mit Fisichella, dabei wurde schon die Nase beschädigt und dann ist mir in Kurve vier jemand voll ins Auto gefahren, das hat alle Leitungen gekappt, und ich musste aufgeben.“

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