Sport : Die Festspiele sind vorbei Bayern quält sich zu einem 0:0 gegen Duisburg

Frederik Mangold[München]

Es ist gar nicht lange her, als die Münchner Arena ein Festspielhaus war. In den ersten Wochen der Saison führte der FC Bayern einen Bundesligisten nach dem anderen vor. Doch irgendwann im Herbst ist den Münchnern die Leichtigkeit abhanden gekommen – am Samstag reichte es gegen einen wacker kämpfenden MSV Duisburg nur zu einem 0:0. Nur weil die Konkurrenz ebenfalls stolperte, verteidigten die Bayern die Tabellenführung.

„Wir haben am Anfang der Saison sehr gut gespielt“, sagte Bayern-Spieler Mark van Bommel nach dem Abpfiff, „da sind die Ansprüche natürlich sehr hoch, man erwartet von uns in jedem Spiel einen Supertrick.“ Gegen den MSV war in den ersten 45 Minuten von Tricks rein gar nichts zu sehen, nicht einmal wirklich engagiert wirkten die Bayern. Das destruktive Spiel des Aufsteigers machte es dem Tabellenführer allerdings auch schwer. Eine stabile Fünferkette, organisiert vom früheren Weltmeister Roque Junior, ließ die Angriffe der Bayern Mal um Mal abtropfen.

Die besten Möglichkeiten bis zur Pause hatten Martin Demichelis mit einem Kopfball und Daniel van Buyten, der eine Zufallschance aus kurzer Distanz meterweit über das Tor drosch. „Das war zu wenig in der ersten Hälfte“, sagte Bayerns Trainer Ottmar Hitzfeld hinterher, „wir haben zu statisch gespielt, auch die Körpersprache hat mir nicht gefallen.“ Das sah das Münchner Publikum ähnlich – es pfiff die selben Spieler aus, denen es noch im Oktober zu Füßen gelegen hatte.

In der zweiten Hälfte griffen die Bayern leidenschaftlicher und spielfreudiger an. Einen Hackentrick des schwachen Luca Toni konnte Duisburgs Torwart Tom Starke in der 54. Minute nur abklatschen, Demichelis bugsierte den Ball ins Tor – allerdings stand der Argentinier dabei im Abseits. Duisburg verteidigte verbissen, Konter verschafften dem Aufsteiger kurze Verschnaufpausen, doch sie konnten die nun überlegenen Bayern nie gefährden. Zehn Minuten vor dem Ende brachte Mohamadou Idrissou seine eigene Mannschaft in noch ärgere Bedrängnis: Der Kameruner trat Oliver Kahn völlig unnötig gegen den Knöchel, als der gerade eine Flanke gefangen hatte und sah dafür die Rote Karte. Duisburg zitterte sich aber auch zu zehnt bis zum Abpfiff, der im Pfeifkonzert der Münchner Zuschauer unterging.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben